Wirtschaft

Ifo warnt vor Corona-Insolvenzen Jedes fünfte Unternehmen bangt um Existenz

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Busunternehmerin Elisabeth Witis bei einer Protestkundgebung für den Erhalt der Reisebranche.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Monaten ist die Wirtschaft wegen der Folgen der Corona-Pandemie alarmiert. Eine Umfrage des Ifo-Instituts unter deutschen Unternehmen legt das ganze Drama offen: 21 Prozent der Befragten schätzen ihre Lage als existenzbedrohend ein, vor allem Dienstleistern geht es schlecht.

Ein gutes Fünftel der deutschen Unternehmen sieht einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge sein Überleben durch die Corona-Krise gefährdet. 21 Prozent der befragten Firmen hätten die Beeinträchtigungen durch Corona im Juni als existenzbedrohend bezeichnet. "In den kommenden Monaten könnte sich eine Insolvenzwelle anbahnen", warnte Ifo-Forscher Stefan Sauer. Das betreffe vor allem die Dienstleister, von denen sich 27 Prozent als gefährdet eingestuft hätten.

Im Handel seien es 18 Prozent, in der Industrie 17 und auf dem Bau nur 2 Prozent gewesen. Besonders schwierig beurteilten Reisebüros und Reiseveranstalter die Lage, von denen 85 Prozent ihre Existenz bedroht sehen. Bei den Hotels seien es 76 Prozent und bei den Gaststätten 67 Prozent gewesen. Aber auch 55 Prozent der Kreativen, Künstler und Unterhalter sorgten sich um ihre Zukunft. Es folgten die Schifffahrt mit 50 Prozent und die Filmbranche mit 48 Prozent.

In der Industrie seien es vor allem die Metallerzeuger und -bearbeiter, die sich zu 53 Prozent für gefährdet hielten. Es folgten die Textilhersteller mit 38 Prozent, das Druckgewerbe mit 28 Prozent, die Lederbranche mit 27 Prozent und die Autohersteller und ihre Zulieferer mit 26 Prozent. Im Handel seien vor allem die Einzelhändler mit 21 Prozent betroffen, der Großhandel mit 15 Prozent weniger.

Hoffnungszeichen gibt es dem Statistischen Bundesamt zufolge für die Industrie, die im Mai wieder deutlich mehr Aufträge erhielt. Demnach lag der Auftragseingang 10,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Jahresvergleich gingen die Bestellungen dagegen immer noch drastisch um 29,3 Prozent zurück. Trotz der Erholung wurden die Markterwartungen enttäuscht. Analysten hatten im Schnitt einen höheren Anstieg im Monatsvergleich und einen geringeren Rückgang im Jahresvergleich erwartet.

Quelle: ntv.de, shu/dpa