Wirtschaft

Stellenstreichungen möglich K+S stellt Tochter ins Schaufenster

100721278.jpg

Die Geschäfte bei K+S laufen eher mau.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Die konjunkturelle Erholung lässt auf sich warten und so muss K+S selbst aktiv werden. Zu groß ist der Schuldenberg. Zu gering die Möglichkeiten. Also will der Konzern einen Teil seines Geschäfts zu Geld machen. Zudem könnte bei der Belegschaft gespart werden.

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S verschärft seinen Sparkurs und stellt wichtige Teile seines Geschäfts auf den Prüfstand. Für das Salzgeschäft in Nord- und Südamerika erwäge das Unternehmen sämtliche Optionen, sagte ein Sprecher des MDax-Konzerns. Favorisiert werde aber ein Anteilsverkauf oder der Börsengang eines Anteils. Denkbar sei auch ein Verkauf einer Beteiligung an der neuen Kali-Mine Bethune in Kanada an einen externen Partner oder eine Kooperation.

"Einen Komplettverkauf von Bethune schließen wir aber aus", sagte er weiter. Für K+S war die Mine in Kanada, die 2017 eröffnet wurde, die größte Investition in der Firmengeschichte. Bislang entwickelt diese sich aber nicht so erfolgreich wie erhofft.

K+S leidet derzeit vor allem unter einer schwachen Kali-Nachfrage, weshalb das Kasseler Unternehmen seine Produktion in diesem Jahr stärker zurückfährt als zunächst gedacht. Im November senkte der Konzern deshalb seine Ergebnisprognose für dieses Jahr.

K+S
K+S 6,28

K+S kann aber auch nicht wie erhofft seine Verschuldung senken: Trotz der erzielten Fortschritte bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie behinderten die aktuell schwierigen externen Rahmenbedingungen die Erreichung der Finanzziele, erklärte das Unternehmen. K+S habe daher ein "Maßnahmenpaket zur raschen Wertgenerierung" und zum Abbau der Verschuldung verabschiedet.

Dabei sind auch Stellenstreichungen nicht auszuschließen, wie der Firmensprecher sagte. K+S wollte eigentlich bis Ende 2020 seine Verschuldungsgrad halbieren, war davon zuletzt aber noch weit entfernt. "Solange wir in diesem Punkt unsere Ziele nicht erreichen, können wir nicht in die Wachstumsphase starten. Deswegen wollen wir nicht auf eine Markterholung warten, sondern aktiv werden", sagte Vorstandschef Burkhard Lohr dem "Handelsblatt".

An der Börse wurden die Pläne positiv aufgenommen. K+S-Aktien legten zu, nachdem sie zuvor ein Jahrestief von 9,70 Euro markiert hatten. 2015 hatte der kanadische K+S-Rivale Potash, der seit der Fusion mit Agrium unter dem Namen Nutrien firmiert, 41 Euro je Aktie geboten. K+S hatte die Offerte aber ausgeschlagen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts