Wirtschaft

Milliarden-Deal bahnt sich an K+S wird wohl Salz-Geschäft in Amerika los

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K+S wird sein Amerika-Salz-Geschäft los.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Kali-Mine in Kanada hat dem MDax Konzern K+S einen gewaltigen Schuldenberg eingebrockt. Um diesen abzutragen, veräußern die Kasseler nun einen Unternehmensteil. Der Erlös übersteigt den Börsenwert des Gesamtunternehmens deutlich. Die gebeutelten Anleger reagieren erfreut.

Der unter einem hohen Schuldenberg ächzende Salz- und Düngemittelhersteller K+S ist beim Verkauf seines amerikanischen Salzgeschäfts auf der Zielgeraden. K+S befinde sich "in sehr fortgeschrittenen Verhandlungen mit Stone Canyon Industries Holdings LLC" über einen Verkauf der Einheit, teilte das Unternehmen mit. Zu dem Käufer gehört der US-Salzriese Kissner. Der Kaufpreis soll rund 3,2 Milliarden Dollar betragen.

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Bei den Investoren kam das gut an, liegt die Offerte deutlich über der Marktkapitalisierung der Kasseler von knapp 1,4 Milliarden Euro. Die im Nebenwerteindex MDax notierten K+S-Aktien schossen um bis zu 17 Prozent in die Höhe auf 7,17 Euro. Allerdings hatte das Papier vor gut zwei Jahren noch mehr als 20 Euro gekostet

K+S als weltgrößter Salzproduzent hatte im März angekündigt, sein Salzgeschäft in Nord- und Südamerika komplett abgeben zu wollen. Mit dem Verkauf und der damit verbundenen Neuausrichtung will der Konzern seine Schulden um "deutlich mehr als zwei Milliarden Euro" drücken. Zum Ende des ersten Halbjahres lagen die Nettofinanzverbindlichkeiten bei knapp drei Milliarden Euro.

K+S war mit der Übernahme des größten südamerikanischen Salzproduzenten Sociedad Punta de Lobos 2006 und schließlich der US-Firma Morton Salt 2009 zum weltweit führenden Salzproduzenten aufgestiegen. Übrig soll nun nur noch das viel kleinere Salzgeschäft in Europa bleiben, das zuletzt auf einen Umsatz von 400 Millionen Euro kam. Das amerikanische Geschäft steht dagegen für einen Jahresumsatz von zuletzt 1,5 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 230 Millionen.

Künftig will sich K+S auf das Geschäft mit mineralischen Düngemitteln und hochpreisigeren Düngemittelspezialitäten konzentrieren. Dazu zählt auch die neue Kali-Mine Bethune in Kanada, die wesentlich zur hohen Verschuldung beitrug. Die Expansion im Salzgeschäft wird damit zurückgedreht.

Quelle: ntv.de, jwu/rts