Wirtschaft

Rückruf von 500.000 Dieselautos KBA leitet Abgasnachbesserungen ein

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Das KBA hat den Rückruf von 500.000 Dieselfahrzeugen freigegeben.

(Foto: picture alliance / Carsten Rehde)

Infolge des VW-Abgasskandals ordnet Verkehrsminister Dobrindt Tests auch an Dieselautos anderer Hersteller an. 22 Modelle zeigen auffällige Stickoxid-Werte. Mit dem nun gestarteten Rückruf soll ein Großteil der Fahrzeuge umgerüstet werden.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Freigabe für die Umrüstung von europaweit mehr als 500.000 Diesel-Fahrzeugen der Hersteller Daimler, Opel und VW erteilt. Davon sind allein in Deutschland mehr als 150.000 Fahrzeuge zugelassen. Im Rahmen dieser Aktion sollen die betroffenen Hersteller mit Umrüstungskonzepten das sogenannte Thermofenster auf das tatsächlich notwendige Maß beschränken und den Stickoxid-Ausstoß dadurch deutlich verringern.

Bei Tests an verschiedenen Dieselmodellen stellten Prüfer fest, dass die Reinigung der Abgase bei vergleichsweise niedrigen Außentemperaturen - im sogenannten Thermofenster - zurückgefahren wird. Ein Zurückfahren der Abgasreinigung bei bestimmten Außentemperaturen ist nur erlaubt, um einen Unfall oder einen Motorschaden zu vermeiden.

Nachdem allerdings Zweifel aufgekommen waren, ob die Abschaltung der Abgasreinigung innerhalb dieses Thermofensters in vollem Umfang aus Motorschutzgründen gerechtfertigt ist, hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im April vergangenen Jahres den europaweiten Rückruf von rund 630.000 Diesel-Fahrzeugen durch die fünf Hersteller Audi, Mercedes, Opel, Porsche und Volkswagen angekündigt.

Nachlässige Emissionskontrollsysteme

Insgesamt hatte das Kraftfahrt-Bundesamt im Auftrag Dobrindts 53 Diesel-Modelle auf ihre Umweltfreundlichkeit untersucht. "In deren Ergebnis zeigte sich eine große Bandbreite bezüglich der in den Labor- und Straßenmessungen festgestellten NOX-Emissionswerte", hatte der Verkehrsminister damals festgehalten. Dabei wurde "kein Fahrzeug identifiziert, das eine eben solche Prüfzykluserkennung verwendet wie VW sie eingesetzt hat". Festgestellt wurden laut Dobrindt jedoch "andere technische Verfahren, mit denen die Hersteller die Wirksamkeit ihres Emissionskontrollsystems an Fahr- beziehungsweise Umweltbedingungen anpassen".

Die Hersteller kündigten die Aktion bereits Ende April vergangenen Jahres an. Zunächst wurden aber lediglich einige zehntausend Wagen vom Modell Porsche Macan zurückgerufen. Mit der neuesten Freigabe des Kraftfahrtbundesamts kann nun der größte Teil der betroffenen Autos umgerüstet werden. Der verpflichtende Rückruf von 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns läuft davon unabhängig weiter. Hier wurden bis auf wenige Tausend Fahrzeuge alle Freigaben erteilt.

Quelle: n-tv.de, apo/AFP/DJ

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