Wirtschaft

Konzernergebnis enttäuscht Kaeser bleibt bis 2021 an Siemens-Spitze

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Kaeser hatte den Chefposten bei Siemens 2013 von Peter Löscher übernommen.

(Foto: dpa)

Auftragslage, Gewinn und Umsatz bei Siemens enttäuschen zuletzt. Dennoch erhält Konzernchef Kaeser eine Vertragsverlängerung und kann seinen Erneuerungskurs fortführen. Zudem soll die Medizintechniksparte Healthineers 2018 an die Börse gehen.

Siemens-Chef Joe Kaeser soll weitere zweieinhalb Jahre an der Spitze des Elektrokonzerns bleiben. Der Aufsichtsrat verlängerte das Mandat Kaesers bis zur Hauptversammlung im Jahr 2021, wie das Unternehmen mitteilte. "Herr Kaeser hat die Neuausrichtung von Siemens in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und Unternehmergeist vorangetrieben", so Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme.

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"Er ist nicht nur Garant des Erfolges, sondern auch der Stabilität in zunehmend unruhigen Zeiten." Mit der Vertragsverlängerung für Kaeser war gerechnet worden. Er hatte den Posten im August 2013 von Peter Löscher übernommen. Kaeser verordnete dem Unternehmen einen radikalen Umbau und richtete es mit seiner "Vision 2020" auf die wachstumsträchtigen Geschäftsfelder Digitalisierung, Automatisierung und Elektrifizierung aus. Hier habe man bereits viel erreicht, es gebe aber auch noch viel zu tun, sagte der Siemens-Chef.

Quartalszahlen enttäuschen

Zuletzt schnitt der Siemens-Konzern allerdings schwächer ab als von Branchenexperten prognostiziert: Die Erlöse stiegen im abgelaufenen Quartal auf vergleichbarer Basis um drei Prozent auf 21,41 Milliarden Euro. Der Auftragseingang schrumpfte um neun Prozent auf 19,82 Milliarden Euro. Der Gewinn im Industriegeschäft legte um drei Prozent auf 2,25 Milliarden Euro zu. Analysten hatten jedoch mit einem Umsatz von 21,78 Milliarden Euro, einem Auftragseingang von 21,43 Milliarden Euro und einem Gewinn im Industriegeschäft von 2,41 Milliarden Euro gerechnet.

Kaeser bekräftigte jedoch die Erwartung, dass der Konzernumsatz im gesamten Geschäftsjahr 2016/17 bis Ende September leicht wächst und das Ergebnis je Aktie auf 7,20 bis 7,70 Euro von 6,74 Euro im vergangenen Jahr steigt.

Medizintechniksparte kommt 2018 an die Börse

Zudem wurde bekannt, dass Siemens seine Medizintechniksparte mit dem Namen Healthineers im kommenden Jahr an die Börse bringt. Die Erstnotiz solle mit dem Verkauf neuer Aktien an Anleger im ersten Kalenderhalbjahr 2018 erfolgen, teilte der Technologiekonzern mit.

Siemens äußerte sich damit erstmals zu Zeitplan und Form des bereits in Aussicht gestellten Börsengangs. Bisher stand auch im Raum, dass Siemens alternativ die neuen Aktien an die eigenen Investoren verschenken oder die Medizintechniksparte mit einem bereits börsennotierten Unternehmen fusionieren könnte.

Healthineers steigerte zuletzt den Quartalsumsatz um vier Prozent auf 3,36 Milliarden Euro, das Ergebnis kletterte um neun Prozent auf 579 Millionen Euro. Der Auftragseingang legte auf vergleichbarer Basis um drei Prozent auf 3,46 Milliarden Euro zu. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Spartenumsatz von 3,38 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 578 Millionen Euro erwartet. 

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa