Wirtschaft
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Dienstag, 12. Juni 2018

Folge des Handelsstreits mit USA: Kanada will TPP-Ratifizierung beschleunigen

Der Eklat von US-Präsident Trump nach dem G7-Gipfel zieht eine Reihe von Konsequenzen nach sich: So will Kanada das Freihandelsabkommen TPP vorantreiben - und hofft so, die Folgen des Handelsstreits mit den USA abzumildern.

Kanada will die Ratifizierung des transpazifischen Freihandelsabkommens TPP beschleunigen, um die Auswirkungen des Handelsstreits mit den USA auszugleichen. "Das TPP zu ratifizieren, hat für uns absolute Priorität", sagte der kanadische Handelsminister François-Philippe Champagne. Er wolle den Gesetzentwurf noch vor dem Beginn der Parlamentsferien vorlegen. "Dieses gute Abkommen" werde die Märkte für kanadische Unternehmen öffnen, sagte Champagne.

US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag für einen Eklat gesorgt, als er der zuvor mühsam ausgehandelten Abschlusserklärung zum Gipfeltreffen der G7-Staaten in Kanada seine Unterstützung entzog. Trump begründete seine Volte damit, dass Kanada weiter Gegenzölle auf die von ihm verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium plant. Zudem griff er Kanadas Premierminister Justin Trudeau persönlich an.

Das transpazifische Freihandelsabkommen war 2016 zunächst von zwölf Staaten - einschließlich den USA - unterzeichnet worden. US-Präsident Donald Trump hatte es im Januar 2017 in einer seiner ersten Amtshandlungen aufgekündigt. Die elf verbliebenen Mitglieder verhandelten neu über das Abkommen und unterzeichneten Anfang März eine reduzierte Variante mit dem Namen CPTPP.

Die Mitgliedsländer Australien, Kanada, Chile, Japan, Mexiko, Neuseeland, Malaysia, Peru, Singapur, Vietnam und Brunei wollen damit einen gemeinsamen Markt mit 500 Millionen Einwohnern schaffen. 60 Tage nach der Ratifizierung durch mindestens sechs der elf Mitgliedsländer tritt es in Kraft.

Quelle: n-tv.de