Wirtschaft

Vor allem in Frankreich aktiv Kanadier greifen nach Carrefour

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Carrefour hat das Interesse der Kanadier von Couche-Tard geweckt.

(Foto: imago images/IP3press)

Lebensmittelhändler sind bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Während der Lockdowns blieben sie zumeist geöffnet. Dennoch ist die Konkurrenz groß. Nun bahnt sich in der Branche ein Milliarden-Deal an. Im Zentrum steht Europas Branchenprimus.

Europas größter Einzelhandelskonzern Carrefour ist ins Visier des kanadischen Konkurrenten Alimentation Couche-Tard geraten. Couche-Tard habe eine unverbindliche Übernahme-Offerte von 20 Euro je Aktie vorgelegt, teilten die Kanadier mit. Sie bewerten Carrefour dadurch mit rund 16 Milliarden Euro. Couche-Tard wolle aber noch in die Bücher Carrefours schauen. Couche-Tards Marktkapitalisierung liegt bei rund 37 Milliarden Dollar. Auch die Franzosen bestätigten, dass Couche-Tard auf sie zugekommen sei.

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Die Aktien des französischen Händlers schossen in die Höhe und notierten zeitweise bei einem Jahreshoch von 18,10 Euro - knapp zwei Euro unter der unverbindlichen Offerte. Mit einer Übernahme könnten die Kanadier ihre Präsenz in Europa stärken.

Analysten hatten angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Online-Händler eine Konsolidierung des Marktes in Europa und Frankreich erwartet. Zudem wachsen die Lebensmittelhändler in der Corona-Krise - sie sind von den staatlichen Lockdowns in der Regel nicht betroffen. So hatte der nordamerikanische Sysco-Konzern Gespräche mit dem Großhändler Metro geführt - diese blieben aber ohne Ergebnisse.

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Die erst 1980 gegründete Couche-Tard betreibt in ihrem Heimatmarkt vor allem Tankstellen und die angeschlossenen Läden. Weltweit unterhält der Konzern mit mehr als 130.000 Beschäftigten - rund 22.000 davon in Europa - mehr als 14.200 Läden. In Europa ist der Konzern vor allem in Skandinavien und in den baltischen Staaten vertreten. Im letzten Geschäftsjahr setzte er knapp 60 Milliarden Dollar um.

Carrefour verfügt über knapp 13.000 Märkte in mehr als 30 Ländern. Dabei decken die Franzosen die ganze Bandbreite von Supermärkten bis zu Großmärkten ab. Analysten gaben indes zu bedenken, dass es zwischen den beiden Händlern kaum Synergien gebe. Auch geografisch existierten kaum Überschneidungen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts