Wirtschaft
Den Hauptanteil der Millionenstrafe muss P&C tragen.
Den Hauptanteil der Millionenstrafe muss P&C tragen.(Foto: picture alliance / Stefan Sauer/)
Mittwoch, 26. Juli 2017

Wellensteyn und P&C im Visier: Kartellamt bestraft Textilkonzerne mit Bußen

Peek & Cloppenburg Düsseldorf und Wellensteyn sollen illegale Preisabsprachen getroffen haben. Deswegen entscheidet das Bundeskartellamt: Die beiden Unternehmen müssen eine Geldbuße in Höhe von 10,9 Millionen Euro zahlen.

Wegen verbotener Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt Geldbußen von rund 10,9 Millionen Euro gegen den Kleidungshersteller Wellensteyn und die Handelskette Peek & Cloppenburg Düsseldorf verhängt. Wellensteyn habe dem Textilhandel zwischen 2008 und 2013 Mindestverkaufspreise vorgegeben sowie Preisreduzierungen und den Internetvertrieb untersagt, teilte Kartellamtspräsident Andreas Mundt mit. Habe sich ein Händler nicht an die Vorgaben gehalten, seien Liefersperren angedroht und in einer Reihe von Fällen auch umgesetzt worden.

P&C Düsseldorf habe sich nicht nur auf diese Vorgaben eingelassen, sondern darüber hinaus Wellensteyn selbst dazu aufgefordert, gegen Preisunterschreitungen von anderen Händlern vorzugehen. Derartige Vereinbarungen seien grundsätzlich verboten, betonte die Behörde.

Das Kartellamt befürchtet offenbar, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. "Es gibt Hinweise darauf, dass solche und ähnliche Preisbindungspraktiken in der Textilbranche über den vorliegenden Fall hinaus Bedeutung haben könnten. Das wären klare Verstöße gegen das Kartellverbot", sagte Mundt. Bußgeldmindernd berücksichtigte das Kartellamt, dass die Unternehmen Fehlverhalten einräumten und damit den Weg zur einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens frei machten.

P&C muss Löwenanteil der Strafe berappen

Der Löwenanteil des Bußgeldes - rund acht Millionen Euro - entfiel auf P&C, wie der Händler selbst berichtete. Grund sei, dass bei der Bemessung des Bußgelds der Gesamtumsatz des jeweiligen Unternehmens eine entscheidende Rolle spiele - und der sei bei P&C deutlich höher. Das Unternehmen habe Konsequenzen aus dem Verfahren gezogen: So hätten die im Einkauf beschäftigten Mitarbeiter zusätzliche Schulungen erhalten, um sie für wettbewerbsrechtliche Probleme zu sensibilisieren.

Der Hersteller Wellensteyn mit Sitz in Norderstedt (Schleswig-Holstein) wollte sich nicht weiter äußern. Die unabhängige Handelskette P&C Hamburg ist von der Entscheidung des Kartellamtes nicht betroffen.

Quelle: n-tv.de

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