Wirtschaft

Karstadt und Kaufhof vereint Kaufhaus-Ehe angeblich besiegelt

Das Gerücht wabert seit Jahren - nun ist es offenbar so weit: Die beiden deutschen Kaufhaus-Ketten Galeria Kaufhof und Karstadt werden unter einem Dach vereint. Wie viele Jobs wegfallen, ist noch unklar. 15 Häuser stehen vor dem Aus.

In Deutschland bahnt sich die bereits seit Langem vermutete Ehe zwischen den Kaufhaus-Ketten Karstadt und Galeria Kaufhof an. Die Eckpunkte einer Fusion der kriselnden Unternehmen sind angeblich ausgearbeitet. Der kanadische Kaufhauskonzern und Kaufhof-Eigner Hudson's Bay (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigentümer Rene Benko hätten am gestrigen Dienstag eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben, berichtete die "Wirtschaftswoche".

Zuvor hatte die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones berichtet, dass HBC Kreisen zufolge den Verkauf der Hälfte seines europäischen Geschäfts vereinbart habe. Der Deal spüle den Kanadiern mehr als eine Milliarde US-Dollar in bar in die Kasse. Im Zuge dessen würden dann Galeria Kaufhof und Karstadt unter einem Dach vereint. Benkos Firma Signa zahle dabei nicht nur 1,1 Milliarden Euro, sondern übernehme auch eine Schuldenlast in Höhe von 750 Millionen Euro. Dafür erhält Signa die Hälfte der Betreibergesellschaft sowie die Hälfte der Immobiliengesellschaft von HBC Europe übernimmt. Zu HBC Europe gehören neben Kaufhof Einzelhandelsketten in Belgien und den Niederlanden sowie die Filialen von Saks Off 5 in Europa.

Signa soll laut "Wirtschaftswoche" auch das operative Geschäft managen. Der Stammsitz des neuen Unternehmens solle entweder in Köln oder an einem anderen Standort in Nordrhein-Westfalen angesiedelt werden, zitierte die "Wirtschaftswoche" Verhandlungskreise. Als relativ sicher gelte, dass der Karstadt-Stammsitz in Essen wegfalle. Ein Insider sagte Reuters, die Gespräche kämen gut voran.

Welche Auswirkungen der Zusammenschluss für die Mitarbeiter der beiden Ketten hat, ist der "Wirtschaftswoche" zufolge bislang nicht genau geklärt. Die Verwaltung und der Einkauf sollten zusammengelegt und Arbeitsplätze abgebaut werden, zitierte das Magazin Verhandlungskreise. Die Schließung von Filialen im großen Stil stehe dagegen nicht zur Debatte. Zur Disposition stünden etwa 15 Filialen, die ohnehin nicht gut liefen.

HBC lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Ein Signa-Sprecher war zunächst nicht zu erreichen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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