Wirtschaft

Pleite nach 241 Jahren Kaufhauskette Debenhams gibt auf

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Debenhams verfügt derzeit über 165 Filialen.

(Foto: REUTERS)

Die Konkurrenz des boomenden Onlinehandels fordert ein weiteres Opfer: Die traditionsreiche britische Kaufhauskette Debenhams muss die Kontrolle an die eigenen Gläubiger übergeben. Eine schnelle Geldspritze soll einen reibungslosen Neustart ermöglichen.

Die britische Kaufhauskette Debenhams ist zahlungsunfähig. Um den Betrieb zu sichern, übernähmen die Gläubiger das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, teilte Debenhams mit. Sie wollen demnach 200 Millionen Pfund (232 Millionen Euro) investieren und Debenhams so einen Neustart ermöglichen.

Debenhams versorgt Kunden bereits seit dem Jahr 1778. Das Unternehmen betreibt 165 Filialen und beschäftigt rund 25.000 Menschen. Die Übernahme durch die Gläubiger bedeutet, dass die bisherigen Anteilseigner so gut wie kein Mitspracherecht bei der anstehenden Umstrukturierung haben.

Debenhams macht die zunehmende Konkurrenz durch den Onlinehandel zu schaffen. Gleichzeitig hatte die Kette Probleme, die Mieten für die vielen Filialen zu finanzieren, nachdem sie in den Jahrzehnten zuvor immer weiter gewachsen war.

Eine Übernahme in letzter Minute durch den Besitzer der Sportshop-Kette Sports Direct, Mike Ashley, lehnte Debenhams ab. Im vergangenen Jahr hatte Ashley bereits die insolvente Warenhauskette House of Fraser gekauft.

Krise im britischen Einzelhandel

Debenhams-Chef Terry Duddy sagte, die nun gefundene Lösung erlaube es dem Unternehmen, seine Geschäfte normal fortzuführen. Zudem verfüge es nun über die benötigten Mittel und könne seine Umstrukturierungspläne umsetzen. "Wir werden versuchen, so viele Filialen und Stellen wie möglich zu erhalten", sagte Duddy.

Die Schwierigkeiten bei Debenhams belegen, wie tief die britische Einzelhandelsbranche in der Krise steckt. Schätzungen zufolge baute die Branche allein im zurückliegenden Jahr insgesamt 150.000 Stellen ab. In den vergangenen 18 Monaten meldeten unter anderem das Bekleidungsunternehmen Calvetron, der Musikhändler HMV, der Spielwarenhändler Toys'R'Us, der Elektronikhändler Maplin und der Discounter Poundworld Insolvenz an.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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