Wirtschaft

Wall Street tritt auf der Stelle Kauflaune verpufft, Rekorde zerbröseln

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Ein Zickzackkurs: Erst hoch, dann runter. Die Anleger sind im Sommermodus.

(Foto: AP)

Wie gewonnen, so zerronnen: Die Wall Street startet spritzig in den Tag, doch die Rekorde sind am Abend wieder passé. Gute Konjunkturdaten und spendable Bank-Dividenden reichen nicht für ein Dauerhoch. Nur der Aktie des Impfstoffherstellers Moderna gelingt ein sattes Plus.

An den US-Börsen ist der Rekordlauf mit kleinen Schritten weiter gegangen. Der Dow Jones Industrial hinkt allerdings weiter hinterher. Seine frühen Gewinne verpufften zudem und so ging er letztlich bei 34.292 Punkten fast unverändert aus dem Tag. Auch der marktbreite S&P 500 trat bei 4292 Zählern auf der Stelle. Im frühen Handel war es ihm erstmals in seiner Geschichte gelungen, die Marke von 4300 Punkten zu überwinden. Ebenso stockten die vor allem mit Technologie-Aktien gespickten Nasdaq-Börsen ihre Rekorde auf und konnten sie dann auch halten. Der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte letztlich um 0,3 Prozent auf 14.573 Punkte vor.

Die Konjunkturdaten bewegten die Indizes jedoch kaum. Der Immobilienmarkt verzeichnet weiter starke Preiszuwächse. Zudem hellte sich die Stimmung der US-Verbraucher überraschend deutlich auf und stieg wieder auf den Stand kurz vor der Corona-Krise. "Doch auch wenn die Erholung der Stimmungslage beeindruckend ist, spiegelt sich das nur teilweise auch im Ausgabeverhalten der Konsumenten wider", gab Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets zu bedenken und erinnerte an die im Mai gesunkenen Einzelhandelsumsätze.

Banken verteilen mehr Geld an Aktionäre

Morgan Stanley
Morgan Stanley 101,75

Unternehmensseitig stand vor allem der Bankensektor im Fokus. Die führenden Wall-Street-Banken wollen nach bestandenem Stresstest mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Morgan Stanley etwa will die Quartalsdividende auf 70 US-Cent verdoppeln und bis zu zwölf Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe verwenden. Die Papiere legten im S&P 100 als Spitzenwert um 3,4 Prozent zu, während das Papier der Citigroup am Index-Ende 2,6 Prozent einbüßte. Diese Bank will ihre bisherigen Pläne vorerst nicht ändern. Die Dow-Mitglieder Goldman Sachs und JPMorgan indes wollen wie Morgan Stanley oder auch die Bank of America (BofA) ihre Dividende anheben, was der Goldman-Aktie ein Plus von 1,1 Prozent einbrachte. Die Gewinne der JPMorgan-Aktie lösten sich bis Handelsschluss indes in Luft auf, am Ende stand ein Minus von 0,1 Prozent zu Buche. Die Aktien der BofA sanken um 1,6 Prozent.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 362,40

In den Fokus rückten zudem die Anteile von Moderna, die auf ein Rekordhoch sprangen und schließlich ein Plus von 5,2 Prozent einfuhren. Sie profitierten davon, dass nun auch Indien den Corona-Impfstoff des US-Biotechunternehmens zugelassen hat. Zudem regt der Moderna-Impfstoff nach Unternehmensangaben auch eine Immunantwort gegen die zuerst in Indien aufgetretene Corona-Variante Delta (B.1.617.2) an.

Der Euro pendelte im US-Handelsverlauf um die Marke von 1,19 US-Dollar und kostete zum Börsenschluss an der Wall Street dann 1,1900 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag im Frankfurt auf 1,1888 (Montag: 1,1910) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8412 (0,8396) Euro. Am US-Rentenmarkt legte der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um geringe 0,02 Prozent auf 132,27 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Anleihen sank auf 1,476 Prozent.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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