Wirtschaft

Tourismus zieht nur langsam an Keine Erholung im Sommer in Sicht

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Die Branche beobachtete zudem den Trend, dass die Bundesbürger weniger auf Veranstalter zurückgriffen, sondern ihre Reisen eher selbst organisierten.

(Foto: picture alliance /)

Die Urlaubsplanung wird auch in diesem Jahr nicht leichter. Die meisten Deutschen rechnen offenbar erst im dritten Quartal mit einer verbesserten Corona-Lage. Für die Hochsaison im Sommer bedeutet das: Die Buchungen brechen im Vergleich zum Vorjahr weiter drastisch ein.

Die deutsche Tourismusbranche stellt sich angesichts der Corona-Pandemie auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Die Buchungen für 2021 seien deutlich schlechter als die schon schlechten Zahlen vom Vorjahr, sagte Michael Frenzel, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, der "Welt am Sonntag". "Für die Sommersaison liegen die Buchungen gemessen am Umsatz um 76 Prozent unter den Zahlen im Vorjahreszeitraum."

Im Frühjahr hätten die Stornierungen die Buchungen sogar weiterhin übertroffen. Erst ab dem dritten Quartal rechnen die Bürger nach Darstellung von Frenzel wohl mit spürbaren Verbesserungen. "Die Mehrheit der Menschen setzt auf späte Reisen im Herbst", sagte er. "Das sieht man daran, dass die Buchungsrückgänge für diese Zeit niedriger sind als in den Sommermonaten davor: für September um 36 Prozent, im Oktober um 22 Prozent."

Im zurückliegenden Geschäftsjahr ist der deutsche Reisemarkt angesichts der Corona-Pandemie eingebrochen. Wie der Deutsche Reiseverband (DRV) Anfang März mitteilte, gaben die Deutschen 2019 noch 69,5 Milliarden Euro für Reisen aus, im vergangenen Jahr waren es nur noch knapp 32 Milliarden Euro - ein Rückgang um 54 Prozent. Das Geschäftsjahr der Branche endete am 31. Oktober.

Wenige greifen auf Veranstalter zurück

Besonders hart traf es demnach den organisierten Reisemarkt, also Angebote von Reiseveranstaltern. Hier brachen die Ausgaben um 65 Prozent ein und erreichten nur noch 12,5 Milliarden Euro. Der Umsatz sei "auf ein Niveau von vor über 30 Jahren" zurückgefallen, erklärte der DRV. Die Überbrückungshilfe III reiche dabei nicht aus, kritisierte der Verband. Die Ausgaben für selbst organisierte Reisen sanken um 43 Prozent.

Die Branche beobachtete zudem den Trend, dass die Bundesbürger weniger auf Veranstalter zurückgriffen, sondern ihre Reisen eher selbst organisierten. Das liege vor allem daran, dass mehr im Inland und der näheren Umgebung Urlaub gemacht wurde. Die rund 100.000 Beschäftigten bei Reisebüros und Reiseveranstaltern bangten mittlerweile um ihre Jobs und um Existenzen, warnte der DRV.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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