Wirtschaft

Schutzschirm für das Stromnetz KfW steigt bei 50Hertz ein

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Der Staat blockt die Chinesen ab: Die Belgier nutzen ihr Vorkaufsrecht, um die deutsche KfW bei 50Hertz zum Zuge kommen zu lassen.

(Foto: picture alliance / Bernd Wüstnec)

Der Einstieg der Chinesen beim deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz scheitert im zweiten Anlauf. Dafür erwirbt die deutsche Förderbank KfW im Auftrag der Bundesregierung einen zum Verkauf stehenden Anteil von 20 Prozent an 50Hertz.

Der chinesische Staatskonzern State Grid Corporation of China (SGCC) kommt in Deutschland nicht zum Zug: Auf Anweisung der Bundesregierung übernimmt die staatliche Förderbank KfW einen größeren Anteil an dem deutschen Stromnetzbetreiber 50Hertz. Damit, so heißt es aus Branchenkreisen, sei der Einstieg der Chinesen beim deutschen Übertragungsnetzbetreiber auch im zweiten Anlauf gescheitert.

Die Staatsbank KfW erwirbt von dem belgischen Mehrheitseigner Elia einen aktuell zum Verkauf stehenden Anteil von 20 Prozent an 50Hertz. In einer gemeinsamen Erklärung des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministerium wird der staatliche Einstieg mit "sicherheitspolitischen Erwägungen" begründet. Eine Reaktion aus China steht noch aus.

Die Hintergründe sind brisant: Beobachtern zufolge geht es bei dem Einstieg um den Schutz überlebenswichtiger Einrichtungen und Anlagen in Deutschland. Das Unternehmen 50Hertz betreibt große Teile des deutschen Stromnetzes. Die Bundesregierung habe aus "sicherheitspolitischen Erwägungen ein hohes Interesse am Schutz kritischer Energieinfrastrukturen", heißt es in der Erklärung aus Berlin wörtlich. Bevölkerung und Wirtschaft erwarteten eine zuverlässige Energieversorgung.

Weiterverkauf geplant

Die Ministerien sprachen ausdrücklich von einer Brückenlösung - die Anteile sollen "perspektivisch" weiterveräußert werden. Im Frühjahr war in einem ersten Schritt der geplante Einstieg der Chinesen ins deutsche Stromnetz geplatzt. Anstelle des chinesischen Staatskonzerns SGCC hatte Elia weitere Anteile an 50Hertz übernommen. Die Belgier erhöhten damit ihren Anteil auf 80 Prozent.

Der chinesische Staatskonzern hatte aber dem Vernehmen nach auch Interesse an dem verbleibenden Anteil von 20 Prozent. Elia machte nun erneut von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch und erwarb das verbleibende Paket, wie das Unternehmen mitteilte. Dieser Anteil werde nun unverzüglich zu denselben Bedingungen an die KfW weiterverkauft.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa

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