Wirtschaft

Einbruch um 85 Prozent Klarna verliert 39 Milliarden Dollar an Wert

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Klarnas Bewertung befindet sich aktuell im Sinkflug.

(Foto: REUTERS)

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Bei der vergangenen Finanzierungsrunde wird der Bezahldienst Klarna noch mit 45,6 Milliarden Dollar bewertet, die Investoren sind extrem zuversichtlich. Nun bekommen auch die Schweden das sinkende Interesse an Fintechs zu spüren - ihre Bewertung bricht massiv ein.

Die Gesamtbewertung des Bezahldienstes Klarna ist binnen eines Jahres um 85 Prozent eingebrochen. Die Firma aus Schweden holte sich in ihrer neuen Finanzierungsrunde bei Geldgebern 800 Millionen US-Dollar (rund 794 Millionen Euro). Klarna musste dabei aber eine Bewertung von nur 6,7 Milliarden US-Dollar akzeptieren, statt der 45,6 Milliarden US-Dollar in der vergangenen Finanzierungsrunde im Juni 2021.

Die Bewertung ergibt sich daraus, welche Beteiligung am Unternehmen die Geldgeber für ihre Investition bekommen. Mit anderen Worten gibt es nun viel mehr Klarna-Anteile fürs gleiche Geld. Klarnas Gründer und Chef Sebastian Semiatkowski verwies unter anderem darauf, dass der Aktienmarkt aktuell den schlimmsten Abschwung seit Jahrzehnten erlebe und die Konjunkturlage herausfordernd sei. Auch börsennotierte Unternehmen hätten zum Teil Abschläge von 75 bis 90 Prozent hinnehmen müssen, argumentierte er. Klarna werde sich angesichts der veränderten Stimmung der Investoren wieder stärker auf die Profitabilität fokussieren - man habe zuletzt aber eine globale Plattform mit 150 Millionen Nutzern aufgebaut.

Klarna startete mit der Idee einer reibungsloseren Zahlungsabwicklung im Online-Handel und baute das Angebot schrittweise unter anderem auf Kreditkarten und Bankkonten aus. Im vergangenen Jahr zeigten sich die Investoren noch extrem zuversichtlich über die Geschäftsaussichten und die Bewertung stieg sprunghaft an. Im März 2021 hatte sich Klarna noch eine Milliarde US-Dollar zu einer Gesamtbewertung von 31 Milliarden US-Dollar geholt, nur drei Monate später kamen dann weitere 639 Millionen US-Dollar zu der bereits um rund 50 Prozent höheren Bewertung hinzu.

Jede zehnte Stelle wird gestrichen

Mit dem aktuellen Einbruch bekommt auch Klarna das sinkende Interesse der Investoren an schnell wachsenden und Verluste schreibenden Fintech-Unternehmen zu spüren. Die Geschäftsaussichten von Finanzdiensten werden aktuell zum Teil skeptisch gesehen, weil davon ausgegangen wird, dass Verbraucher angesichts hoher Inflation und schwächelnder Konjunktur ihre Ausgaben zurückfahren dürften.

Um Kosten einzusparen, hatte Klarna im Mai angekündigt, das Unternehmen werde zehn Prozent seiner Stellen streichen. Auch die volatilen Aktienmärkte und die Aussicht auf eine wahrscheinliche Rezession hätten zu der Entscheidung beigetragen. Die Stellenstreichungen beträfen alle Teile des Unternehmens, hatte Klarna erklärt.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/rts

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