Wirtschaft

Nach Insolvenz von Greensill Kommunen wollen 145 Millionen Euro zurück

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Lange schaute die Bafin offenbar nicht gut genug hin, nun ist die Greensill Bank insolvent. Deutsche Kommunen hoffen, einen Teil ihrer Einlagen zurückzubekommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Bremer Greensill Bank ist längst Geschichte, ihre früheren Aktivitäten beschäftigen nun aber viele Rechtsanwälte. Zahlreiche Kommunen, die viele Millionen Euro in das zwielichtige Geldhaus steckten, haben sich zusammengeschlossen. Sie wollen wenigstens einen Teil des Geldes zurückholen.

Nach dem Zusammenbruch der Bremer Greensill Bank wollen zahlreiche Kommunen ihr dort angelegtes Geld zurückholen. Insgesamt 17 Gemeinden und Städte aus Deutschland lassen sich beim Insolvenzverfahren gemeinsam von Rechtsanwälten vertreten, wie die Stadt Monheim, eine der Hauptgeschädigten, mitteilte. Sie wollen 145 Millionen Euro aus der Insolvenzmasse zurückholen.

Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann erklärte, man prüfe alle Schadenersatzansprüche und eine mögliche Haftung von Maklern und Vermittlern. Allein Monheim hat bei der Greensill Bank 38 Millionen Euro angelegt. Der nun gegründeten Interessensgemeinschaft gehören neben der Stadt am Rhein unter anderem Kommunen wie Osnabrück, Puchheim, Hanau und Wiesbaden an. Nach Angaben von Tagesgeldvergleich.net haben Städte, Gemeinden und Gebietskörperschaften bei der Greensill Bank knapp 350 Millionen Euro angelegt. Die größte Anlagesumme entfällt mit 50 Millionen Euro auf das Bundesland Thüringen.

Das Institut wurde Anfang März von der Finanzaufsicht Bafin geschlossen und ging wenige Tage später insolvent. Unter Beobachtung stand die Bank allerdings bereits seit 2019. Privatanleger wurden mittlerweile vom Einlagensicherungsfonds der privaten Banken mit rund drei Milliarden Euro entschädigt. Die Investitionen von Kommunen sind seit 2017 allerdings nicht mehr über den Fonds geschützt.

Der Bankenverband und die privaten Geldhäuser erörtern derzeit Insidern zufolge, wie sie den Sicherungsfonds künftig strukturieren und ob die Regularien für eine Mitgliedschaft angepasst werden müssen. Die Greensill Bank war bis zu ihrer Pleite weitgehend unbekannt. Sie warb über Online-Plattformen mit vergleichsweise hohen Zinsen um Einlagen, mit denen die britisch-australische Mutter Greensill Capital Fondsgeschäfte refinanzierte. Auch die Mutter meldete Insolvenz an.

Quelle: ntv.de, als/rts

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