Sorge wegen hoher KostenBericht: Airbus, Rheinmetall und OHB verbünden sich für Starlink-Alternative

Die Abhängigkeit von den USA soll auch im Bereich der Satellitentechnik reduziert werden. Die Bundeswehr plant ein eigenes Netzwerk und will Angebote mehrerer Unternehmen einholen. Die gehen einem Bericht zufolge einen anderen Weg und wollen das Projekt gemeinsam auf die Beine stellen.
Airbus, Rheinmetall und OHB wollen beim geplanten Aufbau eines Satellitennetzwerks für die Bundeswehr einem Medienbericht zufolge gemeinsame Sache machen. Statt gegeneinander anzutreten, hätten sich die drei Unternehmen darauf verständigt, das Milliardenprojekt zusammen anzugehen, berichtete der "Spiegel". Demnach informierten die Konzerne das Beschaffungsamt der Bundeswehr über die geplante Kooperation, nachdem die Behörde sie eigentlich zur Abgabe von Einzelangeboten aufgefordert hatte.
Aus Sicht der Bundeswehr ist der Zusammenschluss dem Bericht zufolge vorteilhaft, um das ambitionierte Vorhaben zügig umzusetzen. Das Beschaffungsamt habe bereits befürchtet, dass langwierige Rechtsstreitigkeiten folgen könnten, sollte eine Vergabe an einen einzelnen Bewerber erfolgen. Während der europäische Flugzeugbauer Airbus und der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB ihre Expertise im Satellitenbau einbrächten, soll sich der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall um die Vernetzung der Waffensysteme am Boden, zu Wasser und in der Luft kümmern.
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im Januar von Insidern erfahren, dass Rheinmetall und OHB Pläne für den gemeinsamen Bau eines solchen Systems erörtern. Damals wurde Airbus allerdings noch als potenzieller Konkurrent betrachtet, der sich ebenfalls um den Auftrag bewerben könnte. Bei dem Vorhaben geht es um den Aufbau eines eigenen Kommunikationssystems für die Streitkräfte, das mit dem Starlink-Netzwerk des US-Unternehmens SpaceX von Elon Musk vergleichbar ist. Dem Reuters-Bericht zufolge könnte das Auftragsvolumen bei bis zu zehn Milliarden Euro liegen.
Durch die neue Dreier-Allianz würde ein Wettbewerb zwischen den Anbietern entfallen. Dies dürfte nach Angaben des "Spiegel" zu einer Direktvergabe führen, was wiederum im Haushaltsausschuss des Bundestages auf Kritik stoßen dürfte. Denn fehlende Konkurrenz führt oft zu höheren Preisen.