Wirtschaft

Sparziele sind in Gefahr Kostendruck belastet Commerzbank

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Ordentlicher Nettogewinn im ersten Quartal.

(Foto: dpa)

Das erste Quartal verläuft für die Commerzbank erfolgreich. Das Geldinstitut steigert seinen Nettogewinn beträchtlich. Dennoch schweben zusätzliche Kosten wie ein Damoklesschwert über dem Dax-Unternehmen.

Die Commerzbank bangt angesichts zusätzlicher Kosten um ihre Sparziele. "Eine konsequente Umsetzung der Effizienzprogramme ist unerlässlich, um die Kostenbasis auf Jahressicht stabil bei rund sieben Milliarden Euro zu halten", warnte Finanzvorstand Stephan Engels bei der Vorlage der detaillierten Geschäftszahlen für das erste Quartal.

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Grund für die Sorgen ist die erstmals erhobene europäische Bankenabgabe, die die zweitgrößte deutsche Bank im Vierteljahr 167 Millionen Euro kostete. Der Vorstand hatte Einsparungen zum Dauerthema erklärt, ein konzernweites Kostensenkungsprogramm gibt es aber nicht. Zudem belastete eine Abschreibung von rund 200 Millionen Euro auf das Engagement bei der österreichischen "Bad Bank" Heta.

Trotzdem hatte die Commerzbank den Nettogewinn in den ersten drei Monaten des Jahres um mehr als 80 Prozent auf 366 Millionen Euro gesteigert, wie sie bereits Ende April mitgeteilt hatte.

Großer Zuwachs beim Investmentbanking

Dafür verantwortlich war neben dem wachsenden Privatkundengeschäft das Investmentbanking. Dort schnellte das operative Ergebnis um 40 Prozent auf 300 Millionen Euro nach oben, bereinigt um Bewertungseffekte wäre es noch um ein Viertel gestiegen. Dabei verbuchte die Investmentbank 50 Millionen Euro Extra-Kosten für die Neuordnung der IT-Landschaft im Zuge des Umbaus der Sparte. Größte Gewinnbringer waren das Geschäft mit festverzinslichen Papieren und Devisen sowie Aktien und Rohstoffen.

Im Privatkundengeschäft brachten höhere Provisionen für die Vermögensverwaltung eine Gewinnsteigerung um 45 Prozent auf 161 Millionen Euro. Die Erträge der Sparte lagen auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren. Die Mittelstandsbank trat dagegen mit 345 (Vorjahreszeitraum: 340) Millionen Euro operativem Gewinn auf der Stelle.

Die interne "Bad Bank" NCA, in der die Bestände an Schiffs-, Immobilien- und Staatskrediten abgewickelt werden, belastet die Bank immer weniger. Der operative Verlust halbierte sich auf 86 (174) Millionen Euro, das Portfolio an Schiffs- und Immobilien-Finanzierungen schrumpfte seit Jahresende 2014 trotz negativer Währungseffekte um zwei Milliarden auf 30 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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