Wirtschaft

CO2-Schwindel bei Benzinern? Kraftfahrtbundesamt knöpft sich Porsche vor

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​Über Monate hinweg sollen Porsche und das KBA Verbrauchsmessungen mit willkürlichen Fahrzeugen aus der Serienproduktion durchgeführt haben.

(Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Der Hinweis kam aus Zuffenhausen selbst: Bei drei Modellen des Sportwagenherstellers Porsche sollen die Verbrauchswerte oberhalb eines Toleranzwertes liegen. Dem Autohersteller droht nun der Rückruf von knapp 20.000 Fahrzeugen.

Nach einem Hinweis aus dem Hause Porsche selbst hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) ein offizielles Verfahren gegen den Sportwagenhersteller eingeleitet. Das berichtet der Business Insider. Das Wirtschaftsportal zitiert die Bundesbehörde, wonach Porsche für die Typengenehmigung einzelner Benziner-Modelle die Angaben zum Verbrauch manipuliert haben soll. Während im Dieselskandal stets zu hohe Stickoxid-Werte sanktioniert wurden, droht nun ein Rückruf von Tausenden Fahrzeugen wegen CO2-Schwindel.

Laut Business Insider waren es die Zuffenhausener selbst, die den brisanten Vorgang aufgedeckt haben. Im Rahmen eines konzernweiten Compliance-Programms stieß das Unternehmen auf Hinweise, wonach Porsche staatliche Kontrollen, die die Übereinstimmung der in Betrieb befindlichen Fahrzeuge mit der Typengenehmigung sicherstellen sollen, hintergangen haben könnte. Nach Informationen des Business Insider gibt es Aussagen von Porsche-Mitarbeitern, demnach sollen Soft- und Hardware der Prüffahrzeuge unzulässig präpariert worden seien, um den CO2-Verbrauch auf dem Rollenstand zu minimieren und die Katalogwerte zu bestätigen. Entsprechende Informationen leitete das Unternehmen vor rund einem Jahr an deutsche und US-Behörden weiter.

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Über Monate hinweg sollen Porsche und das KBA Verbrauchsmessungen mit willkürlichen Fahrzeugen aus der Serienproduktion durchgeführt haben. Dabei wurde festgestellt, dass bei acht von elf Modellen die Messwerte im Toleranzbereich geblieben sind. In den anderen drei Fällen soll der CO2-Ausstoß laut Business Insider den Typengeneihmigungswert um mehr als vier Prozent überstiegen haben. Laut KBA soll es sich hauptsächlich um ältere Derivate vom Macan und vom Boxter Spyder 981 handeln. Insgesamt könnten knapp 20.000 Fahrzeuge betroffen sein.

Auf dieser Grundlage beabsichtigt die KBA nun, einen Rückruf der betreffenden Fahrzeuge anzuweisen. Porsche erklärte dem Portal hierzu: Das genannte Verfahren geht auf eine pro-aktive Meldung der Porsche AG zu Konformitätsfragen bei einzelnen Fahrzeugen zurück. Die Meldung erfolgte freiwillig, vorsorglich und bereits vor einem Jahr. Die aktuelle Produktion ist nicht betroffen. Darüber hinaus gibt es zu keinem dieser Fahrzeuge bisher eine Entscheidung. Das Verfahren befindet sich in einem frühen Stadium der Anhörung."

Sollte die KBA bei ihrer Linie bleiben, muss der Sportwagenhersteller laut dem Portal wohl die betroffenen Autos zurückrufen, möglicherweise die Hardware von Tausenden Fahrzeugen ertüchtigen oder die Fahrzeuge sogar zurückkaufen und die Steuern für die höheren CO2-Emissionen nachzahlen.

Quelle: ntv.de, jki

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