Wirtschaft

Rückrufkonzept noch nicht genehmigt Kraftfahrtbundesamt widerspricht VW

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2.0 Liter TDI Dieselmotor vom Typ EA189 in einem VW Touran.

(Foto: dpa)

Wann Volkswagen die Umrüstung der vom Abgasskandal betroffenen Dieselmotoren beginnen kann, bleibt unklar. VW hatte gemeldet, die erforderliche Genehmigung zu haben. Doch das zuständige Amt braucht eigenen Angaben zufolge noch Zeit.

Das Kraftfahrtbundesamt hat Volkswagens Umbauvorschläge für die von den Abgasmanipulationen betroffenen Fahrzeugen noch nicht endgültig genehmigt. Das sagte ein Sprecher der Behörde und widersprach damit einer Darstellung des Autoherstellers. Volkswagen hatte mitgeteilt, das Kraftfahrtbundesamt habe die Lösungen "vollumfänglich bestätigt". Der Autokonzern verwendete zunächst auch die Formulierung, die Behörde habe die Schritte "genehmigt". Den entsprechenden Satz änderte Volkswagen am Nachmittag in einer Online-Version der Pressemitteilung.

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Ein Sprecher des Autoherstellers lehnte es gleichwohl ab, die eigenen Angaben weiter zu kommentieren. Offen blieb am Mittwoch deshalb, inwiefern Volkswagen bei der Vorbereitung der Rückrufe von mehreren Millionen Fahrzeugen tatsächlich vorangekommen ist. Der Konzern hatte schon im November davon gesprochen, das Kraftfahrtbundesamt habe Volkswagens Pläne für die Rückrufaktionen "bestätigt". Mit der Formulierung beschreibt Volkswagen offenkundig einen Schritt auf dem Weg zur endgültigen Genehmigung.

Der Sprecher des Kraftfahrtbundesamts sagte, die Behörde habe Volkswagens Lösungsvorschläge positiv aufgenommen. Bis zu einer finalen Genehmigung könne es aber noch "Tage oder Wochen" dauern.

Der Rückruf der 8,5 Millionen betroffenen Autos in den EU-Staaten, davon 2,4 Millionen in Deutschland, mit dem Motor EA189 soll laut VW in drei Wellen abgewickelt werden. Zunächst sind die Motoren mit 2,0 und 1,2 Liter Hubraum im ersten und am Ende des zweiten Quartals dran. Hier reiche ein Software-Update aus, das eine halbe Stunde Arbeitszeit erfordere.

Bei den mittelgroßen 1,6-Liter-Motoren muss zusätzlich zum Update ein Plastikrohr, ein so genannter Strömungsgleichrichter, eingebaut werden. Das soll weniger als eine Stunde dauern. Diese Fahrzeuge sollen ab dem dritten Quartal in die Werkstätten gerufen werden.

Kostenloser Ersatz während der Umrüstung

Die Autos erfüllten nach Umsetzung der Maßnahmen die gültigen Abgasnormen, ohne dass Motorleistung und Verbrauch beeinträchtigt würden, teilte VW mit. Den Kunden stehe bei Bedarf kostenfrei eine angemessene Ersatzmobilität zu.

Der Wolfsburger Konzern ist zur größten Rückrufaktion seiner Geschichte gezwungen, weil er weltweit elf Millionen Diesel-Autos mit einer illegalen Software ausgestattet hatte. Diese senkt den Stickoxid-Ausstoß nur im Prüfstand, während er im normalen Fahrbetrieb die zulässigen Grenzwerte weit übersteigt. Volkswagen drohen daher hunderte von Sammelklagen in den USA und Europa auf Schadensersatz, etwa weil das gekaufte Auto nicht so umweltfreundlich war wie angegeben. Mit Blick auf rechtliche Ansprüche der Kunden erklärte das Unternehmen, diese bis Ende 2017 nicht verjähren zu lassen. 

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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