Wirtschaft

Monte dei Paschi im Aufwind? Krisenbank macht überraschend Gewinn

91181374.jpg

Die Monte dei Paschi di Siena ist das älteste Geldhaus der Welt. Nun schreibt sie nach langer Zeit wieder schwarze Zahlen.

(Foto: picture alliance / Lena Klimkeit)

Als die Monte dei Paschi di Siena in finanzielle Schieflage gerät, muss der italienische Staat dem ältesten Geldhaus der Welt unter die Arme greifen. Die Aktion scheint geglückt zu sein, zumindest schreibt die Bank nun - zur Überraschung vieler - schwarze Zahlen.

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat im ersten Quartal unerwartet schwarze Zahlen geschrieben. In den Monaten Januar bis März sei unter dem Strich ein Gewinn von 188 Millionen Euro übrig geblieben, teilte die drittgrößte italienische Bank mit. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 169 Millionen Euro angefallen. Viele Experten hatten auch jetzt mit roten Zahlen gerechnet. Anleger reagierten positiv überrascht: Die Aktie der Bank legte in Mailand um bis zu rund 12 Prozent zu und verzeichnete damit den stärksten Anstieg seit November.

Banco Monte dei Paschi di Siena
Banco Monte dei Paschi di Siena 1,20

Bankchef Marco Morelli sagte, er erwarte nach einer schwierigen Phase der Sanierung ein stabiles Geschäftsjahr. Noch 2017 hatte das Institut einen Milliardenverlust eingefahren, ungeachtet eines vorübergehenden Ausflugs in die Gewinnzone im dritten Quartal aufgrund eines Sondereffekts.

Weniger faule Kredite

Am Vortag hatte Morelli mitgeteilt, dass die Bank die Verbriefung von ausfallgefährdeten Krediten im Volumen von gut 24 Milliarden Euro abgeschlossen habe. Die entsprechenden Kredite wurden also zu handelbaren Wertpapieren "zusammengeschnürt", sodass sie verkauft werden können.

Der riesige Berg an faulen Krediten gilt als das Hauptproblem des ältesten Geldhauses der Welt. Im Sommer hatte die EU-Kommission einen Rettungsplan für die Bank aus der Toskana genehmigt, wonach der italienische Staat dem Institut mit einem Milliardenbetrag unter die Arme greifen kann. Teil des Plans ist auch ein großangelegter Stellenabbau, der in den kommenden vier Jahren gut ein Fünftel der Jobs betreffen soll.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

Mehr zum Thema