Wirtschaft

EU-Verbot greift nicht Kunden nutzen mehr Plastiktüten

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Die dünnen Plastiktüten sind vom EU-Plastikverbot nicht betroffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Obwohl es meist nicht notwendig wäre, greifen Kunden im Supermarkt immer öfter zu den kostenlosen Plastiktüten für Obst und Gemüse. Diese sind vom EU-Plastikverbot nicht betroffen. Und das ist nicht das einzige Problem.

In der Obst- und Gemüseabteilung müssen sich die Supermarkt-Kunden entscheiden: Packe ich die Tomaten noch einmal extra in eine kleine Plastiktüte ein? Oder lege ich sie an der Kasse einfach so aufs Band? Umweltschützer raten zu Letzterem, doch ihr Tipp kommt bei der Masse der Bevölkerung nicht an. Im Gegenteil: Die Menschen verbrauchen immer mehr von den Plastiktüten. Das zeigen Zahlen der Bundesregierung, über die die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Dem Ministerium zufolge verbrauchten die Menschen in Deutschland im Jahr 2017 durchschnittlich 39 der dünnen Tüten pro Kopf. Das sind insgesamt 3,2 Milliarden der kleinen Beutel. Ein Jahr zuvor waren es noch 36 pro Kopf und damit weniger als drei Milliarden. Für 2018 lägen noch keine Daten vor, erklärte das Ministerium in seiner Antwort auf eine Anfrage der FDP.

Die kleinen Plastiktüten für Obst und Gemüse fallen nicht unter das EU-Plastikverbot, sie sind weiter kostenlos erhältlich. Nur die normalen, großen Plastiktüten gibt es nicht mehr kostenlos, sondern gegen Geld an der Kasse. Das funktioniert ziemlich gut, der Verbrauch dieser Tüten ist rapide zurückgegangen.

Gipfel gegen Plastikmüll

Der Kampf gegen Plastik in der Gemüseabteilung richtet sich aber nicht nur gegen die kleinen Plastiktüten. Auch dass Bio-Gurken oft zusätzlich eingeschweißt werden, wird von Umweltschützern kritisiert. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte wegen des Plastikproblems am Dienstag sogar zu einem Gipfel gegen Plastikmüll geladen. Sie kündigte an, bis zum Herbst die Lebensmittelkonzerne und Supermärkte auf eine freiwillige Verpflichtung für weniger Plastikmüll festzunageln.

Eine wichtige Rolle bei der Müllvermeidung spielen Mehrwegverpackungen. Bei Getränken wie Mineralwasser oder Brausen erkennt man sie daran, dass sie 15 Cent Pfand kosten. Die Einwegflaschen, die gleich nach Abgabe geschreddert werden, kosten 25 Cent Pfand. Manche Märkte testen auch schon umweltfreundlichere Verpackungen mit weniger Plastik, im Gespräch sind auch Pfandboxen für die Fleischtheke. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft braucht man übrigens für Obst und Gemüse, das eine feste Schale hat, keinen extra Beutel - der natürliche Schutz genügt. Abwaschen muss man die Tomaten, Äpfel und Zucchini sowieso noch einmal.

Quelle: n-tv.de, psa/AFP

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