Wirtschaft

Steigt Preis auf 7000 Dollar? Kupfer-Rally lässt Anleger hoffen

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Es glänzt wieder: Mit Kupfer können Minentreiber wieder kräftig Kasse machen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der unaufhaltsam steigende Kupferpreis bringt Bewegung in die Märkte. Die Aktien großer Minenkonzerne wie Glencore oder Anglo American vervielfachen sich zuletzt im Wert. Anleger hoffen auf steigende Gewinne und satte Dividenden.

Kupfer ist derzeit der Renner am Finanzmarkt: Für das Industriemetall werden inzwischen rund 30 Prozent mehr als noch vor einem Jahr gezahlt. Erneut deckten sich Anleger mit dem Industriemetall ein, da ein Angebotsengpass erwartet wird. Der Preis kletterte zu Wochenbeginn um weitere 1,1 Prozent nach oben auf 6024,50 Dollar je Tonne.

Das liefert auch den Aktien der Rohstoff-Konzerne, die noch vor einem Jahr in den Abgrund blickten, weiter Treibstoff. In nur zwölf Monaten verdreifachte sich der Wert von Anglo American und Glencore glatt. Selbst die von dem schweren Unglück mit einem gebrochenen Damm in Brasilien erschütterte BHP Billiton verbesserte sich um 62 Prozent.

Zum Teil verdanken die Konzerne den Aufschwung einem Konjunkturprogramm aus China. Das Land verbraucht mehr als 40 Prozent der globalen Kupfermenge. 2017 könnte die Nachfrage das schwindende Angebot erstmals seit sechs Jahren übersteigen, schrieben die Analysten der Citigroup in einem Kommentar. Daher trauen die Experten dem Kupfer in den kommenden Monaten Spitzenkurse von 7000 Dollar zu.

Geschlossene Mine wieder eröffnet

Der Grund für das sinkende Angebot bei dem Industriemetall: Zwei Kupferminen, die zusammen für 8 bis 9 Prozent des weltweiten Nachschubs sorgen, werden wegen Arbeitskämpfen und mangelnden Genehmigungen derzeit nur auf Sparflamme betrieben. Der Rohstoff-Händler Glencore hatte zudem in Afrika eine Mine dichtgemacht, die inzwischen dank der anziehenden Preise wieder in Betrieb genommen wurde.

Die Minen-Konzerne wittern Morgenluft und bleiben stark bei Kupfer engagiert. Das wird sich wohl auch in den Halbjahreszahlen von Anglo, BHP und Glencore widerspiegeln, die diese Woche anstehen.

Rio Tinto, die besonders stark aufs Kupfergeschäft einschwenkte, gab schon eine Vorschau auf den Turnaround der Branche. Der britisch-australische Minengigant überraschte mit einem Gewinn von rund 4,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016. Deswegen stockte er auch seine Dividende auf und will zudem eigene Aktien für 500 Millionen Dollar zurückkaufen.

Erwarteter Preissturz blieb aus

Insgesamt dürften die Ergebnisse der Branche ein Schlaglicht darauf werfen, dass sich die Konzerne aus ihrem schweren Finanzdesaster freigeschwommen haben. "Das vergangene Jahr brachte uns eine Atempause", meint auch Anglo-Chef Mark Cutifani.

Noch vor einem Jahr herrschte unter Investoren große Panik, nachdem das Geschäft in China deutlich erlahmt war. Damals wollte Anglo seine Belegschaft halbieren. Glencore erlöste verzweifelt rund 4,7 Milliarden Dollar aus Anteilsverkäufen. Ängste vor einem kräftigen Preisverfall für Kupfer machten die Runde. Doch statt wie befürchtet unter 4000 Dollar einzubrechen, ging es für das Metall auf rund 6000 Dollar die Tonne herauf.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/DJ

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