Wirtschaft

Kaum Interesse LNG-Terminal in Wilhelmshaven gescheitert

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(Foto: imago/imagebroker)

Terminals für Flüssiggas sollen den Streit mit den USA um das Pipeline-Projekt entschärfen. Doch nun stellt der Konzern Uniper seine Planungen für ein solches LNG-Projekt zur Disposition. Die Bundesregierung gibt sich entspannt und verweist auf Projekte an anderen Orten.

In Wilhelmshaven wird vorerst kein Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) gebaut. Die Projektgesellschaft LTeW (LNG Terminalgesellschaft Wilhelmshaven) stelle die bisherigen Planungen auf den Prüfstand, da die Buchungsabsichten der Interessenten für eine Fortsetzung des Projekts in bisheriger Form nicht ausreichten, teilte der Energiekonzern Uniper mit. Dies gilt auch als Rückschlag für die Bundesregierung, die im Streit um die Gaspipeline Nord Stream 2 den USA den Ausbau der LNG-Infrastruktur versprochen hat.

Das Bundeswirtschaftsministerium wies darauf hin, man habe von Anfang an betont, dass es sich bei den LNG-Plänen um privatwirtschaftliche Initiativen handele. Der Infrastrukturausbau werde von den Unternehmen dann vorangetrieben, wenn diese eine Notwendigkeit dafür sähen. Zudem sei bisher nur eines von insgesamt vier LNG-Projekten abgesagt worden. Ähnliche LNG-Pläne gibt es in Brunsbüttel, Stade und Rostock.

Regierung rechnet mit anhaltendem Druck

LNG kann als Treibstoff für Schiffe und schwere Lkw eingesetzt werden. Es ist aber vor allem ein industrieller Energieträger und lässt sich auch ins Gasnetz einspeisen. "Viele Unternehmen wollen sich derzeit nicht langfristig vertraglich binden", sagte Oliver Giese von Uniper. Das Vorhaben müsse "wirtschaftlich berechenbar" sein.

Die US-Regierung dringt darauf, dass Europa und Deutschland mehr amerikanisches LNG-Gas kaufen. Die Bundesregierung hatte im Streit um die von Washington abgelehnte Nord-Stream-2-Pipeline argumentiert, dass der Ausbau der LNG-Terminals eine zu große Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas verhindere. Auch bei einem möglichen Regierungswechsel in Washington wird damit gerechnet, dass der politische Druck auf das Ostsee-Pipeline-Projekt bleiben wird.

Die Terminalgesellschaft, die vollständig Uniper gehört, überlegt nun neue Optionen, wie der Standort Wilhelmshaven als Importhafen für umweltfreundliches Gas genutzt werden könne. Langfristig sei auch der direkte Import von Wasserstoff eine Option. "Alle Konzepte müssen die gleichen harten wirtschaftlichen Kriterien erfüllen", betonte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa