Wirtschaft

Umgang mit öffentlichen Geldern Lagarde muss sich vor Gericht verantworten

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Lagarde war von 2007 bis 2011 französische Finanzministerin, danach wechselte sie an die Spitze des IWF.

(Foto: REUTERS)

Wegen einer umstrittenen Zahlung an Bernard Tapie muss IWF-Chefin Christine Lagarde vor Gericht. Der Fall stammt noch aus ihrer Zeit als französische Finanzministerin. Lagarde drohen ein Jahr Haft und eine Geldstrafe.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, muss sich vor Gericht verantworten. Der Oberste Gerichtshof in Frankreich wies in Paris ihren Revisionsantrag ab und machte damit den Weg für das Verfahren frei.

In dem Verfahren vor dem Gerichtshof der Republik geht es um eine umstrittene Entschädigungszahlung von rund 400 Millionen Euro für den Geschäftsmann Bernard Tapie im Jahr 2008, die Lagarde in ihrer Zeit als französische Finanz- und Wirtschaftsministerin ermöglichte.

Der Schadenersatz wurde Tapie im Zusammenhang mit dem Verkauf von Aktien von Adidas gezahlt. Der Geschäftsmann hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller geprellt gesehen und deswegen geklagt. Lagarde bezeichnete das Verfahren und die Vorwürfe stets als "völlig unbegründet".

Ein Jahr Haft möglich

Die Ermittler werfen der heute 60-jährigen Lagarde dagegen Fahrlässigkeit im Umgang mit öffentlichen Geldern vor. Der Fall sorgt schon seit Jahren für Schlagzeilen. Lagarde war in der Angelegenheit mehrfach von Korruptionsermittlern vernommen worden, im August 2014 wurde ein Anklageverfahren gegen sie eingeleitet. Anfang Dezember 2015 hatte ein Berufungsgericht Tapie verurteilt, die auf den Schiedsspruch aus dem Jahr 2008 zurückgehende Entschädigung zurückzuzahlen.

Der IWF-Chefin drohen theoretisch ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 15.000 Euro. Der Gerichtshof der Republik ist ein spezielles Gericht, das für Gesetzesverstöße französischer Regierungsmitglieder im Rahmen ihres Amtes zuständig ist.

Der IWF sprach Lagarde nach der Entscheidung gleichwohl das Vertrauen aus. Das Exekutivdirektorium sei über das Verfahren unterrichtet worden, teilte Sprecher Gerry Rice mit. Man vertraue weiterhin auf ihre Fähigkeit, ihre Arbeit auszuführen.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa

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