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"Er hat Ikonen geschaffen" Legendärer Opel-Designer gestorben

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Designer Erhard Schnell im Jahr 2016 in einem Opel GT Concept.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erhard Schnell ist der Mann, aus dessen Feder die Linien von Opel-Marken wie Rekord, GT oder Corsa stammen. Seine Leidenschaft und seine Ideen liefern dem Autobauer aus Rüsselsheim ganz neue Formen. Noch im Alter von 92 Jahren wollte er vom Ruhestand nichts wissen.

Er ist der Mann, der über Jahrzehnte die bekanntesten Automarken für Hunderttausende Opel-Fans entworfen hat. Am vergangenen Wochenende ist Erhard Schnell, der Vater von Opel Rekord, GT und Corsa, im hessischen Trebur gestorben. Der ehemalige Chef-Designer des Rüsselsheimer Autobauers wurde 92 Jahre alt, wie Opel mitteilte. Opel-Chef Michael Lohscheller würdigte Schnell mit den Worten: "Er war eine Legende, er hat Opel-Ikonen geschaffen."

Schnell fing im Alter von 25 Jahren als Absolvent der Offenbacher Werkkunstschule bei Opel an. Der leidenschaftliche Grafiker entwarf unter anderem geschwungene Schriftzüge etwa für den Opel Kapitän. 1962 begann er ein Projekt, das wenig später für Aufsehen sorgen sollte: den Sportwagen GT. 1965 wurde das Fahrzeug auf der Automesse IAA präsentiert, drei Jahre später rollte der Opel GT vom Band.

Sein Schöpfer äußerte sich damals begeistert: "Rassig, edel, ästhetisch, harmonisch. Höcker vorne und hinten, ähnlich der damaligen Corvette." Mehr als 100.000 Exemplare wurden in den Jahren 1968 bis 1973 von dem Ur-GT gebaut, etwa die Hälfte davon ging nach Amerika.

Von Ruhestand wollte der gebürtige Frankfurter auch nach seinem Ausscheiden bei Opel 1992 nichts wissen. Auf die Frage, ob er irgendwann den Zeichenstift aus der Hand legen würde, antwortete Schnell 2014: "Ganz und gar nicht. Ich habe meine Arbeit einfach auf mein Zuhause übertragen und gestalte den Garten oder mein Haus. Oft aquarelliere ich auch noch. Ganz werde ich die Finger wohl niemals davon lassen können."

Der frühere Rallye-Weltmeister und langjährige Porsche-Testfahrer Walter Röhrl ehrte den einflussreichen "Erfinder des GT" als Freund und prägenden Geist hinter der Markengestaltung bei Opel. In seiner Würdigung erinnerte er sich auch die bahnbrechende Wirkung des damals neu vorgestellten "legendären Opel GT".

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"Selbst ich stand 1968 mit offenem Mund in der Ausstellungshalle des Regensburger Opel-Händlers vor dieser sportlichen Opel-Neuerscheinung." Fast 50 Jahre später ließ es sich Röhrl bei einer persönlichen Begegnung mit Schnell nicht nehmen, den Schöpfer des GT selbst um ein Autogramm zu bitten.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa