Wirtschaft

Schwarzes Model erzürnt Tschechen Lidl erntet Shitstorm für Werbung

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Der Stein des Anstoßes

(Foto: screenshot/www.lidl.cz)

Lidl druckt in Tschechien einen Werbeprospekt und löst damit eine Welle der Empörung aus. Der Grund? Einige haben ein Problem mit dem Model, das einen Pullover präsentiert. Sie meinen, der Mann sehe "nicht tschechisch" aus.

In Tschechien sorgt ein Werbeprospekt des deutschen Discounters Lidl für heftige Reaktionen. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens tobt ein regelrechter Shitstorm. Auslöser ist ein Model, das in dem Prospekt ein Sweatshirt präsentiert. Der Mann ist schwarz.

"Wir hätten gern bei Ihnen eingekauft, doch kommen Sie uns bitte nicht mit Multikulti!", heißt es Medien zufolge beispielsweise in einem der Facebook-Kommentare. "Übertreiben Sie es nicht etwas? Auf Werbeflyern in Tschechien erwarte ich typisch tschechische Models", schreibt ein weiterer Nutzer. Ein anderer formuliert es noch drastischer: "Ich bin angewidert. Multikulti führt zur Auslöschung der weißen Rasse."

Die Reaktionen auf die Werbung ist nicht überraschend. Spätestens im Verlauf der Flüchtlingskrise ist einmal mehr die ablehnende Haltung vieler Tschechen gegenüber Ausländern deutlich geworden. Das Land hat bisher kaum Flüchtlinge aufgenommen.

Der Ausländeranteil in Tschechien liegt mit vier Prozent weit unter dem EU-Durchschnitt. Dennoch sind laut Umfragen fast 60 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass Ausländer verantwortlich für die steigende Arbeitslosigkeit und die Kriminalität in Tschechien sind. Jeder zweite Tscheche ist der Meinung, es leben zu viele Ausländer in dem Land.

Lidl bleibt konsequent

Doch auch entgegengesetzte Meinungen werden bei der Debatte um die Lidl-Werbung deutlich. Da werfen Tschechen ihren Landsleuten "Dummheit" vor und bezeichnen sie als "erbärmlich". Andere begegnen der Kritik an der Werbung mit Ironie: "Das mit dem Schwarzen geht wirklich zu weit. Ich beantrage sofort einen Waffenschein. Am besten gleich für einen Panzer."

Lidl Tschechien hat zu den Kommentaren mittlerweile Position bezogen und gibt sich gelassen: "Wir leben im 21. Jahrhundert, wo verschiedene Ethnien zusammen existieren. Wir sehen da keine Unterschiede. Je mehr Sie von der Welt kennen, desto größere Toleranz entwickeln Sie. Deshalb beschäftigen wir Models aus allen Teilen der Welt", so das Unternehmen.

Quelle: n-tv.de, kpi