Wirtschaft

Schweinefleisch wieder billig Lidl streicht den "Bauern-Soli"

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Bei höheren Fleischpreisen geht es nicht nur um bessere Tierhaltung, sondern auch um auskömmliche Preise für Landwirte.

(Foto: picture alliance / AGRAR-PRESS)

Nach Bauern-Protesten erhöht der Discounter Lidl im Dezember die Preise für Schweinefleisch. Der Schritt wird nun wieder rückgängig gemacht, weil "der Markt unserem Preissignal nicht gefolgt ist", so Lidl. Der Bauernverband fordert langfristige Vereinbarungen zwischen Erzeugern und Lebensmittelhandel.

Der Discounter Lidl hat die erst vor sieben Wochen erhöhten Schweinefleischpreise wieder gesenkt. "Die Entwicklung der vergangenen Wochen hat gezeigt, dass der Markt unserem Preissignal nicht gefolgt ist", teilte Lidl mit. "Dadurch ist uns ein erheblicher Wettbewerbsnachteil entstanden." Es sei daher nicht möglich, die Preise dauerhaft und allein auf dem höheren Niveau zu halten, so der Discounter. "Ab sofort müssen wir uns im Schweinepreissegment wieder dem Marktniveau anpassen."

Der Deutsche Bauernverband erklärte, die Entscheidung von Lidl belege, "dass kurzlebige Aktionen nicht helfen". Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbands, sagte ntv.de weiter: "Wir brauchen langfristige, belastbare Vereinbarungen mit dem Lebensmittelhandel. Deshalb haben wir einen 'Deutschland-Bonus' vorgeschlagen, der fest vereinbart wird und bei dem die hohen heimischen Produktionsstandards sichtbar und honoriert werden."

Ein Euro pro Kilo

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Lidl hatte den auch "Bauern-Bonus" oder "Bauern-Soli" genannten Aufschlag als Reaktion auf Protest- und Blockadeaktionen von Landwirten eingeführt. Damals hieß es, man habe den Einkaufspreis für zehn Artikel aus dem Schweinefleischsortiment um einen Euro pro Kilogramm angehoben, als Folge steige der Verkaufspreis im gleichen Umfang. Die sich in Existenznot sehenden Bauern hatten über zu geringe Erzeugerpreise und ein aus ihrer Sicht unfaires Gebaren der Einzelhandelsketten geklagt.

"Wir werden die deutsche Landwirtschaft weiterhin fördern, indem wir die andauernden Gespräche konstruktiv unterstützen und auf Produkte aus heimischer Landwirtschaft setzen", erklärte Lidl. Schon vor der Preiserhöhung im Dezember hatte das Unternehmen angekündigt, 50 Millionen Euro zusätzlich an die Landwirte über die Initiative Tierwohl auszuzahlen. Zudem habe man im Hintergrund Gespräche mit allen Partnern entlang der Wertschöpfungskette angestoßen, um gemeinsam Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu entwickeln, hieß es am Donnerstag.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa

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