Wirtschaft

Podcast "So techt Deutschland" Liegt unser Bankkonto bald bei der EZB?

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Künftig ist es theoretisch möglich, dass Bankkunden ihr Geld direkt bei der Europäischen Zentralbank parken.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Ohne Blockchain wird in Zukunft nicht mehr viel gehen, ist Nils Beier überzeugt. "Wir müssen vorbereitet sein", sagt der Manager der Beratungsfirma Accenture im Podcast "So techt Deutschland". Gerade im Hinblick auf den digitalen Euro ist Beier durchaus optimistisch.

In China können die Menschen bereits mit einem digitalen Yuan bezahlen. Bis das in Europa mit dem Euro für Verbraucher und insbesondere Unternehmen möglich ist, wird es noch bis mindestens 2025 dauern. "Zwei Jahre testen, vorbereiten, entscheiden. Und dann nochmal zwei Jahre für die Umsetzung. Das ist das Programm, das jetzt geplant ist", erklärt Nils Beier. Der Banken- und Fintech-Experte der Beratungsfirma Accenture ist bei dem Thema digitaler Euro recht optimistisch und sieht Europa im internationalen Vergleich immerhin im guten Mittelfeld.

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Banken- und Fintech-Experte Nils Beier.

(Foto: Accenture)

Beier selbst beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit der Blockchain und digitalen Währungen. Eines seiner ersten Accenture-Projekte war der "Aufbau eines Blockchain-Labs bei einer Frankfurter Bank", erinnert sich Beier. Sechs Jahre ist das her. Schon damals hatten die Banken damit begonnen, sich über Blockchain Gedanken zu machen. Und das war auch dringend notwendig, sagt der Fintech-Experte.

Denn nicht nur die Blockchain-Technologie kann das Geschäftsmodell von Bankhäusern auf links drehen. Ein digitaler Euro könnte - je nachdem wie er programmiert wird - Banken vor ganz andere Herausforderungen stellen. Denn theoretisch wäre es sogar möglich, dass Bürger ihre digitalen Euros nicht auf ein klassisches Bankkonto legen, sondern direkt bei der Europäischen Zentralbank parken. "Und die kann nun mal nicht pleitegehen. Das ist technisch nicht möglich", erklärt Beier. Klassische Banken könnten dagegen in die Insolvenz rutschen. Wenn also die EZB direkt digitales Geld an die Bürger ausgeben würde, könnte das für mehr Sicherheit sorgen. Aber ansonsten wäre der digitale Euro vor allem ein ergänzendes Zahlungsmittel.

Anders sieht es da schon bei Unternehmen aus. Auch hohe Transaktionsvolumen könnten mit einem digitalen Euro schneller und einfacher abgewickelt werden. Und beim "Internet der Dinge" spielt der digitale Euro, aber auch die Blockchain generell, ebenfalls eine große Rolle. Umso wichtiger sei es, dass Deutschland und Europa hier nicht den Anschluss verlieren. "Das Thema Blockchain-Technologie, das drängt. Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten technologischen Trends, die wir haben", ist Nils Beier überzeugt.

Ob Banken im klassischen Sinne noch eine Zukunft haben und welches Potential die Kryptowährung von Facebook hat, erzählt der Accenture-Manager in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de, sks

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