Wirtschaft

Umsatz übertrifft Erwartungen Linde legt vor Fusion vor

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Der Linde-Konzern poliert die Anlagenbau-Sparte.

(Foto: REUTERS)

Der Industriegase-Hersteller Linde blickt weiter zuversichtlich auf die Mega-Fusion mit Praxair. Für das zweite Quartal liefert der Dax-Konzern starke Zahlen. Bei einem Sorgenkind im Unternehmen geht es besonders bergauf.

Vor der geplanten Fusion mit dem US-Rivalen Praxair wächst der Industriegasekonzern Linde überraschend stark. Dank guter Geschäfte in der von den Amerikanern kritisch beäugten Anlagenbausparte kletterten die Erlöse im zweiten Quartal um 1,1 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie Linde mitteilte. Das Betriebsergebnis stieg um 3,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Bei Herausrechnung von Wechselkurseffekten legten Umsatz und Ergebnis sogar jeweils um rund acht Prozent zu. Linde bestätigte seinen Jahresausblick.

Dass der Umsatz die Erwartungen übertraf, lag aber auch daran, das Linde ein früher zum Verkauf gestelltes Konzernsegment nun doch behält: Weil sich für die Kühllogistiktochter Gist kein Käufer fand, nahm Linde sie rückwirkend wieder in die Bilanz auf. Der Konzern hatte das laut Insidern mit rund einer halben Milliarde Euro bewertete Segment zwei Jahre lang ins Schaufenster gestellt. An der Frankfurter Börse legte die Linde-Aktie zu und war größter Gewinner im Leitindex Dax.

Anlagenbau wird profitabler

Die Anlagenbausparte, die traditionell weniger profitabel ist als das wesentlich größere Geschäft mit Gasen wie Sauerstoff oder Stickstoff, steigerte ihren Umsatz im abgelaufenen Quartal um mehr als ein Drittel auf 762 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis legte sogar um 75 Prozent auf 77 Millionen Euro zu. Damit erhöhte sich die Umsatzrendite um 2,3 Punkte auf 10,1 Prozent.

Weil die Renditen im Gasegeschäft oft dreimal so hoch sind, hatte Praxair bereits Zweifel an einer Fortführung des Anlagenbaus geäußert, wenn sich die beiden Konkurrenten zum weltgrößten Industriegasekonzern zusammenschließen. Linde argumentiert hingegen, dass der Anlagenbau bei Kunden oft erst die Türen für lukrative Aufträge im Gasegeschäft öffne.

Sechs Behörden müssen noch zustimmen

Die Gasesparte litt im zweiten Quartal abermals unter dem starken Euro. Weil ein großer Teil der Einnahmen in Dollar und anderen Währungen fließt, sank der Spartenumsatz um 2,7 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis gab um knapp ein Prozent auf 1,1 Milliarden Euro nach. Dennoch stieg die Umsatzrendite um leicht auf gut 30 Prozent.

Linde bekräftigte die Erwartung, dass der Zusammenschluss mit Praxair im zweiten Halbjahr über die Bühne geht. "Die fusionskontrollrechtlichen und regulatorischen Prozesse sind in vollem Gange", erklärte Vorstandschef Aldo Belloni. Linde und Praxair haben den Kartellbehörden angeboten, sich von großen Geschäftsteilen in Europa und Amerika zu trennen, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen.

Denn noch stehen die Genehmigungen von sechs Kartellbehörden aus. Geprüft wird das Vorhaben noch in der EU, sie will bis zum 24. August entscheiden, in den USA sowie in Brasilien, China, Indien und Südkorea. Die Aktionäre haben das Vorhaben bereits abgesegnet. Fusionspartner Praxair will die Bilanz für das zweite Quartal am Donnerstag vorlegen.

Quelle: n-tv.de, mmo/jwu/rts/DJ

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