Wirtschaft

"Auf eigenen Beinen stehen" Lindner will neue Gasförderung in Nordsee

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Lindner will eine Debatte über eine Ausweitung der Erdgasförderung in der Nordsee (hier eine dänische Plattform).

(Foto: imago/Dieter Mendzigall)

Die Koalition will kein neues Öl und Gas in der Nordsee fördern. Finanzminister Lindner sieht diese Vereinbarung angesichts der geopolitischen Entwicklungen "für aus der Zeit gefallen". Vielmehr müsse man nun mit den Nachbarländern schauen, was konkret möglich sei.

Bundesfinanzminister Christian Lindner fordert die Exploration heimischer Öl- und Gasreserven. In Anbetracht des Ukraine-Krieges und der dadurch ausgelösten Energiekrise müsse Deutschland "umdenken und umlenken". Dem Debattenmagazin "The European" sagte der FDP-Politiker gut zwei Wochen vor Beginn des Ludwig-Erhard-Gipfels: "Um es klar zu sagen. Ich halte die Festlegung des Koalitionsvertrages, dass wir in der Nordsee nicht mehr Öl und Gas fördern wollen und keine neuen Felder explorieren wollen, für aus der Zeit gefallen." Deutschland habe "Reserven bei den Rohstoffen, die wir bislang nicht nutzen."

Lindner verweist auf die drohende Versorgungslücke durch ausbleibende Lieferungen aus Russland. Deutschland müsse energiepolitisch stärker "auf eigenen Beinen stehen". Daher werde man die Erneuerbaren Energien systematisch ausbauen. Aber man müsse auch Alternativen ins Auge fassen. Die heimische Öl- und Gasexploration habe "angesichts des gestiegenen Energiepreisniveaus eine ganz andere Wirtschaftlichkeitsperspektive als man zuvor vermutet hat". Hier müsse man "mit unseren europäischen Partnern" ins Gespräch kommen. "Insbesondere mit den Niederlanden müssen wir schauen, was da in der Nordsee konkret geht", sagte er.

Alleine aus dem Erdgasfeld im deutsch-niederländischen Grenzgebiet in der Nordsee bei Borkum könnte nach Schätzungen des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie jährlich rund eine Milliarde Kubikmeter Gas gefördert werden.

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Der "Ludwig-Erhard-Gipfel" gehört zu den wichtigsten Meinungsführertreffen Deutschlands und findet am 21. und 22. April am Tegernsee statt. Dabei diskutieren namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien aktuelle Fragen der Zeit. Der thematische Fokus liegt in diesem Jahr auf Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Auswirkungen auf Europas Sicherheit, die Diskussion um die Stabilität demokratischer Werte, strategische Abhängigkeiten, Energieversorgung sowie die Rolle des Staates.

Gastgeber ist die Verlagsgruppe Weimar Media Group. Die Medienpartner ntv, RTL und Focus Online begleiten die unter der Schirmherrschaft von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stehende Konferenz und berichten umfassend.

Quelle: ntv.de, jwu

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