Wirtschaft

Schlimmer als in Finanzkrise Löhne sinken erstmals seit über zehn Jahren

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Staatliche Leistungen wie das Kurzarbeitergeld gleichen die ernormen Verdienstausfälle etwa in der Gastronomie nur teilweise aus.

(Foto: imago stock&people)

Die letzte große Wirtschaftskrise und die globale Finanzkrise vor gut zehn Jahren hatten die Deutschen kaum gespürt im Portemonnaie. In der Corona-Pandemie sieht das anders aus. Trotz sinkender Löhne sind die Bundesbürger insgesamt allerdings reicher geworden.

Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt sind die Löhne in Deutschland 2020 spürbar gesunken. Wie das Statistische Bundesamt berichtete, gingen die Nominallöhne, das heißt ohne Berücksichtigung der Inflation, erstmals überhaupt seit Beginn der Erhebungen 2007 zurück.

Einschließlich von Sonderzahlungen lagen die Bruttolöhne nominal durchschnittlich 0,6 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, hieß es auf der Grundlage vorläufiger Zahlen. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent gestiegen sind, blieben den Beschäftigten real rund 1 Prozent weniger Gehalt als noch 2019. In der Statistik ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht berücksichtigt, das in der Corona-Krise für Millionen Erwerbstätige die Einkommensverluste zumindest abgefedert hat.

Der Rückgang war 2020 damit wesentlich heftiger als in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Damals waren die nominalen Verdienste noch minimal um 0,2 Prozent gestiegen und die realen Verdienste um 0,1 Prozent gesunken.

Trotz der Einkommenseinbußen sind die Deutschen im vergangenen Jahr allerdings insgesamt reicher geworden, da sie in der Krise deutlich mehr sparten und teilweise von Kursgewinnen an den Börsen profitierten. Nach Berechnungen der DZ Bank dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 um 393 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 7,1 Billionen Euro zugenommen haben. Das ist trotz der Krise ein Zuwachs von fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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