Wirtschaft

4 Milliarden Passagiere, 79 Tote Luftfahrt feiert sicherstes Flugjahr

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Am Frankfurter Flughafen herrscht täglich reger Betrieb.

picture alliance / Boris Roessle

In Europa gibt es 2017 keine schweren Abstürze ziviler Verkehrsflugzeuge. Auch im Rest der Welt verzeichnet die zivile Luftfahrt die wenigsten Todesfälle seit Beginn ihrer Datenaufzeichnung. Inzwischen ist Fliegen 350 Mal sicherer als in den 70er-Jahren.

Das Risiko, beim Unglück eines Verkehrsflugzeugs ums Leben zu kommen, ist 2017 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gesunken. Die kommerzielle Zivilluftfahrt blicke "auf das sicherste Jahr ihrer Geschichte zurück", teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mit. Fliegen war demnach rund 350 Mal sicherer als noch in den 70er-Jahren.

In den vergangenen zwölf Monaten haben laut dem Aviation Safety Network (ASN) bei insgesamt zehn Unglücken mit Flugzeugen im zivilen Einsatz 79 Menschen ihr Leben verloren - davon 44 als Passagiere oder Crewmitglieder an Bord der Flugzeuge. "Die Zahl der Todesfälle ist damit erneut gesunken, während das Passagieraufkommen weiter gestiegen ist", erklärte der BDL. Mehr als vier Milliarden Passagiere und damit mehr als 13 Mal so viele wie 1970 seien der UN-Luftfahrtorganisation ICAO zufolge im vergangenen Jahr von Fluggesellschaften befördert worden.

Schlimmstes Unglück in Kirgistan

Bei Unglücken von Passagierflugzeugen kamen 2017 weltweit 30 Fluggäste und Crewmitglieder ums Leben; bei Unglücken mit Frachtflugzeugen starben weitere 14 Crewmitglieder. Die meisten Todesopfer in der zivilen Luftfahrt waren beim Absturz eines Frachtflugzeugs im Januar zu beklagen. Die Maschine verfehlte die Landebahn in Bischkek in Kirgistan, zerschellte am Boden und ging in Flammen auf. Dadurch starben vier Besatzungsmitglieder sowie 35 Bewohner eines nahen Wohnviertels.

Die statistische Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, habe im Durchschnitt der 70er-Jahre bei eins zu 264.000 gelegen, erklärte der BDL. 2017 sei diese Wahrscheinlichkeit mit eins zu 92,75 Millionen rund 350 Mal niedriger gewesen.

Schwere Flugzeugunglücke mit Todesfällen in Europa gab es 2017 nicht. Unglücke mit Militärmaschinen oder kleineren Flugzeugen mit weniger als 14 Passagiersitzen an Bord flossen nicht in die Statistik ein. 2016 verzeichnete das ASN insgesamt 303 Todesfälle bei Unglücken in der zivilen Luftfahrt.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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