Wirtschaft

Brüssel gibt grünes Licht Lufthansa darf Air-Berlin-Teile kaufen

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Eine von LGW betrieben Air-Berlin-Maschine im August 2017 am Flughafen in Düsseldorf.

(Foto: imago/Rüdiger Wölk)

Die Air-Berlin-Tochter LGW darf von Lufthansa übernommen werden. Die EU-Wettbewerbskommission gibt grünes Licht für den Deal - allerdings unter Auflagen.

Die EU-Kommission hat die Übernahme der insolventen Air-Berlin-Tochter LGW durch die Lufthansa unter Auflagen genehmigt. "Lufthansa hat verbesserte Verpflichtungszusagen eingereicht, die sicherstellen, dass die Auswirkungen des LGW-Erwerbs auf den Wettbewerb begrenzt sind", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Für LGW legt der DAX-Konzern rund 18 Millionen Euro für das Dortmunder Unternehmen auf den Tisch.

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Mitte vergangener Woche hatte die Lufthansa weitere Zugeständnisse gemacht und auf Slots am Flughafen Düsseldorf verzichtet, um die Freigabe der Transaktion schon in der ersten Prüfungsphase zu erhalten. Bei den anderen Flughäfen, an denen Lufthansa Zeitnischen für Starts und Landungen erwarb, hatte die Brüsseler Behörde keine Bedenken - "weil entweder diese Flughäfen nicht so stark überlastet waren, der Umfang des Zeitnischenportfolios der Lufthansa nach der Übernahme nicht zu Wettbewerbsproblemen führte oder der durch die Transaktion herbeigeführte Zuwachs gering war", wie sie nun mitteilte. 

LGW unterhält 30 Maschinen

Lufthansa hat verbesserte Verpflichtungszusagen eingereicht, die sicherstellen, dass die Auswirkungen des LGW-Erwerbs auf den Wettbewerb begrenzt sind", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager laut Mitteilung. Insbesondere am Flughafen Düsseldorf würde sich der Bestand an Zeitnischen der Lufthansa um lediglich 1 Prozent erhöhen - die Hälfte aller Zeitnischen würde von Konkurrenten der Lufthansa gehalten. Damit wird unseren Wettbewerbsbedenken Rechnung getragen, welches uns erlaubt heute die geplante Transaktion im Rahmen der EU-Fusionskontrollvorschriften zu genehmigen."

Der Dax-Konzern konnte sich bei der Zerschlagung der insolventen Air Berlin nur ein kleineres Stück sichern als ursprünglich geplant. Die Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki mit ihren rund 20 Flugzeugen stieß auf so große Bedenken der EU-Wettbewerbshüter, dass die Lufthansa den Plan aufgab, woraufhin Niki Insolvenz anmelden musste und jetzt einen anderen Eigentümer finden soll. Ursprünglich wollte die Kranich-Airline 81 Flieger von Air Berlin zum Ausbau ihrer Billigflugtochter Eurowings übernehmen. Die Kranich-Airline hätte laut Vestager jedoch auf einer bedeutenden Zahl von Strecken ein Monopol gehabt.

Auf die LGW entfielen 30 der 81 Maschinen. Die Regionalfluggesellschaft hat rund 870 Mitarbeiter. Sie war seit 2007 als Flugdienstleister für Air Berlin tätig und wurde von den Berlinern erst im Frühjahr für einen symbolischen Betrag gekauft. Eurowings soll jetzt aus eigener Kraft das mit der Übernahme angestrebte Flottenwachstum von 160 auf 210 Maschinen schaffen.

Quelle: n-tv.de

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