Wirtschaft

Nach Börsen-Kapriolen in China Managerin war "meditieren, nicht in Haft"

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Die Man-Group-Chefin in China, Li Yifei, war tagelang aus der Öffentlichkeit verschwunden.

(Foto: REUTERS)

Nach ihrem tagelangen rätselhaften Verschwinden, taucht die China-Chefin eines der größten Hedgefonds der Welt wieder auf. Spekulationen, dass sie wegen des Börsencrashs in Shanghai von der Polizei festgehalten worden sei, weist sie zurück.

Hart durchgegriffen hatten Chinas Behörden nach dem jüngsten Börsenbeben in Shanghai und anderen chinesischen Handelsplätzen: Firmen wurden mit hohen Geldstrafen belegt, ein Journalist wurde festgenommen und von den Behörden als Schuldiger für die Börsen-Kapriolen präsentiert. Weitere Verdächtige hatten wegen des Verbreitens von Gerüchten über die chinesische Börse Strafen erhalten.

In diesem Umfeld sorgte auch das plötzliche Verschwinden einer einflussreichen chinesischen Managerin für Konfusion: Wo war Li Yifei, Leiterin der China-Abteilung der britischen Man Group, dem größten öffentlich gehandelten Hedgefonds der Welt?

Ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Li den chinesischen Behörden bei Ermittlungen rund um die Marktschwankungen in China behilflich sei, ließ die Spekulationen hochkochen. Für zusätzliche Verwirrung sorgten anschließende Aussagen ihres Ehemanns, dass seine Frau sich in Gesprächen mit Behörden befinde und es ihr nicht erlaubt sei, das Telefon anzustellen. Dies war Anfang des Monats. Nun ist die Man-Group-Managerin wieder aufgetaucht und stellt laut Financial Times klar: "Ich war nicht in Haft oder wurde auch nicht dazu gezwungen, an Besprechungen teilzunehmen."

Zwar habe es zahlreichen Treffen gegeben, bei diesen sei es jedoch um geschäftliche Themen gegangen. Auf die Frage, ob dort auch Vertreter der chinesischen Behörden anwesend waren, antwortete die Top-Managerin, dass sie das nicht wisse. Gleichzeitig dürfe sie aufgrund firmeninterner Regelungen nicht mehr über diese Treffen sagen.

Ihre tagelange Abwesenheit erklärt Li außerdem so: "Nach den Besprechungen war ich so müde, dass ich mir ein paar Tage frei genommen hatte, um zu meditieren." Sie habe Gemüsesaft getrunken, Nüsse gegessen und sei zum Bergsteigen gegangen. Den Trubel um ihr Verschwinden habe sie in dieser Zeit nicht mitbekommen, da sie ihr Telefon ausgeschaltet habe, so Li.

Quelle: ntv.de, kst