Wirtschaft

Werft klagt gegen Vergabe Marine-Schiff "MKS 180" im ersten Konflikt

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Die erste "MKS 180" soll 2027 übergeben werden.

(Foto: Damen Shipyards)

Die deutsche Marine hat vier Kampfschiffe im Wert von fünf Milliarden Euro geordert. Der Auftrag ging an eine niederländische Werft, die aber überwiegend in Deutschland bauen lässt. Ein unterlegener Bieter zieht nun juristisch gegen die Entscheidung ins Feld.

Die Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) wird gegen die Entscheidung zur Vergabe des Auftrags für das Kampfschiff "MKS 180" an ein niederländisch geführtes Konsortium rechtlich vorgehen. "Nach gründlicher Prüfung haben wir uns entschieden, die Vergabeentscheidung zu rügen", sagte ein Sprecher der Werft. "Wir haben erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung und werden deshalb alle juristischen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, ausschöpfen." Damit macht GNYK nach eigenen Angaben von seinem im Vergaberecht bestehenden Recht Gebrauch, die Entscheidung überprüfen zu lassen.

Mit dem "MKS 180" will das Bundesverteidigungsministerium ein neuartiges Mehrzweckkampfschiff anschaffen. Für den Bau von vier Schiffen sind insgesamt 5,27 Milliarden Euro veranschlagt. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr. Der Haushaltsausschuss soll im Frühjahr über das Vorhaben entscheiden. Die Auslieferung ist ab 2027 geplant.

Zwei Jahre auf See

Das neue, gut 150 Meter lange Schiff mit rund 100 Soldaten Besatzung soll rund zwei Jahre am Stück auf See bleiben können. Zu seinen Aufgaben zählen Kampfeinsätze, der Begleitschutz von Handelsschiffen, militärische Evakuierungsoperationen sowie die Führung von Einsatzverbänden auf See. Zudem kann das Schiff mit unterschiedlichen Modulen zur U-Boot-Jagd oder für Einsätze gegen Piraten aufgerüstet werden.

Am 13. Januar war bekannt geworden, dass das neue Marine-Kampfschiff unter niederländischer Federführung bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden soll. Aus der Ausschreibung ging die Werft Damen Shipyards Group als Sieger hervor. Um den Auftrag für das Milliarden-Projekt hatte sich auch GNYK mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) als Subunternehmer beworben.

Die Entscheidung für das niederländisch geführte Konsortium war in Politik und Wirtschaft auf massive Kritik gestoßen. Dabei wurde darauf verwiesen, dass der Bau solcher Schiffe im Vertrag der Großen Koalition in Berlin als Schlüsseltechnologie für Deutschland bezeichnet werde, die erhalten bleiben müsse. Nach Ansicht von Kritikern ist dies durch die Auftragsvergabe in die Niederlande gefährdet. Es sei auch nicht nachzuvollziehen, dass dieses nationale Rüstungsprojekt überhaupt europaweit ausgeschrieben worden sei.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts

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