Wirtschaft

Rückkehr zu Vor-Krisen-Niveau Maschinenbauer glauben kaum noch an das V

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Die Krise dürfte den Maschinenbau noch einige Zeit begleiten, die Hoffnung auf eine schnelle Erholung schwindet.

(Foto: dpa)

Im Juni wirkten die Aussichten für eine der deutschen Vorzeigebranchen, den Maschinenbau, noch relativ vielversprechend. Man hoffte auf eine rasche Erholung. Doch der sommerliche Optimismus verfliegt - nun ist man in den Vorstandsetagen wieder vorsichtiger.

Im deutschen Maschinenbau schwindet die Hoffnung auf eine schnelle Branchenerholung. Nur 18 Prozent der Unternehmen erwarten eine Rückkehr auf das Umsatzniveau von 2019 bereits im kommenden Jahr, erklärte der Branchenverband VDMA nach einer Umfrage unter 522 Mitgliedsfirmen. Mitte Juni waren es noch mehr als 30 Prozent gewesen.

"Zuletzt hat sich die konjunkturelle Dynamik im Maschinenbau wieder etwas abgeschwächt, ein 'V' scheint zunehmend unwahrscheinlich", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers in Frankfurt. "Viele Unternehmen rechnen mit einem länger andauernden, fragilen Weg aus der Krise und richten ihre Unternehmensstrategie danach aus." Die V-Erholung beschreibt eine schnelle Erholung nach einer Krise - also wie bei einem "V" ein steiler Aufstieg nach einem ebenso rasanten Abstieg.

Entscheidender Faktor für Ausmaß und Tempo der Erholung sei die Bereitschaft der Kunden, wieder zu investieren und neue Projekte anzugehen. Seit Ende Mai sei der Anteil der Unternehmen mit gravierenden Auftragseinbußen und Stornierungen zwar deutlich gesunken. "Dennoch macht die anhaltende Auftragsflaute vielen Maschinen- und Anlagenbauern weiter zu schaffen", sagte Wiechers. Seit Ende Mai sei der Anteil der Unternehmen mit gravierenden Auftragseinbußen und Stornierungen sukzessive von 45 Prozent auf 28 Prozent gesunken.

Wenig kurzfristiger Optimismus

80 Prozent der Firmen erwarten bei der Nachfrage in den nächsten drei Monaten keine Besserung. "Damit sind die Betriebe sogar etwas pessimistischer als Anfang Juli, als immerhin 26 Prozent mit einer Aufhellung in den Folgemonaten rechneten", so der VDMA-Chefvolkswirt. Es gebe jedoch auch einige Maschinen- und Anlagenbauer, die weitgehend gut durch die Krise gekommen seien und dieses Jahr wohl keine Umsatzrückgänge verbuchen würden. Die Unsicherheit angesichts steigender Corona-Infektionen belaste auch die Investitionsbereitschaft in der Branche. Wenn überhaupt, wüchsen die Investitionen nur geringfügig.

Fast jede vierte Firma habe zudem einen weitergehenden Personalabbau in die Wege geleitet oder plane das in absehbarer Zeit. "Neben Kurzarbeit (64 Prozent) und Einstellungsstopps (62 Prozent) planen etwa drei Viertel der angesprochenen Unternehmen einen Stellenabbau im Umfang von 5 bis 15 Prozent der Gesamtbelegschaft", erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/DJ