Wirtschaft

Größter Rückgang seit 10 Jahren Rezession trifft Industrie-Beschäftigte hart

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Die Autoindustrie verzeichnet 4,1 Prozent weniger Mitarbeiter.

(Foto: picture alliance / Bernd Weissbr)

Der Exporteinbruch in der Corona-Pandemie macht dem verarbeitenden Gewerbe zu schaffen. Die Beschäftigung geht in einem Maße zurück wie 2010, als die Finanzkrise noch nachwirkte. Vor allem in den deutschen Vorzeigebranchen sind die Folgen beträchtlich.

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie ist wegen der Corona-Krise so stark gesunken wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Ende Juli waren gut 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes tätig. Das waren 164.000 oder 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Dies ist der höchste prozentuale Rückgang der Beschäftigtenzahl zum Vorjahresmonat seit Mai 2010", hieß es dazu. Damals litt die Industrie unter den Nachwehen der Finanzkrise.

Den exportabhängigen Unternehmen macht die weltweit gesunkene Nachfrage aufgrund der Corona-Rezession zu schaffen. In nahezu allen Branchen nahm daher die Zahl der Beschäftigten ab. Am stärksten sank sie in der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 5,6 Prozent. Die Vorzeigebranchen Auto und Maschinenbau meldeten Rückgänge von 4,1 beziehungsweise 3,8 Prozent. Dagegen zählten die Hersteller von chemischen Erzeugnissen 1,9 Prozent mehr Mitarbeiter. Kurzarbeitende werden als Beschäftigte gezählt.

Die Folgen der Corona-Krise machen sich auch bei den geleisteten Arbeitsstunden bemerkbar. Diese sanken im Juli - bei gleicher Zahl an Arbeitstagen - um 8,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 671 Millionen Stunden. Die Entgelte für die Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe gingen um 8,6 Prozent auf rund 23,8 Milliarden Euro zurück.

Quelle: ntv.de, mdi/rts