Wirtschaft

Gegenseitige Strafanzeigen Maschmeyer streitet mit Geschäftspartner

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Der millionenschwere Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer investiert in Startups.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weil er seinen Geschäftspartner Utz Claassen verleumdet haben soll, droht Carsten Maschmeyer womöglich ein Gerichtsverfahren. Claassen hat Strafanzeige gegen den "Höhle der Löwen"-Investor gestellt. Bei dem Streit geht es nicht nur um den guten Ruf.

Gegen den prominenten deutschen Unternehmer Carsten Maschmeyer ist nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Hannover gestellt worden. Der Investor, der derzeit für die Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" vor der Kamera steht, soll seinen Geschäftspartner, Utz Claassen, verleumdet haben. Konkret gehe es dem Bericht zufolge um den Vorwurf der falschen Verdächtigung. Maschmeyer hatte Claassen einen Monat zuvor selbst angezeigt, weil der ehemalige EnBW-Chef Vermögen der gemeinsamen Medizinfirma Syntellix veruntreut haben soll.

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Utz Claassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Syntellix AG war vor acht Jahren von Claassen gegründet worden und sollte den Markt für Knochenimplantate revolutionieren. Laut "SZ" schreibt das Unternehmen derzeit aber noch rote Zahlen. Nur noch 43 Prozent an der Firma hält Claassen selbst - 37 Prozent gehören Maschmeyer. Die beiden Männer soll lange eine Freundschaft verbunden haben, die jedoch ein jähes Ende fand, als Claassen im Herbst 2015 mit 120.000 Euro aus dem Firmenvermögen den spanischen Fußballklub RCD Mallorca sponsorte. Maschmeyer hielt seinem Geschäftspartner vor, die Investition ohne das Wissen der Aktionäre getätigt zu haben.

Zudem war Claassen zu diesem Zeitpunkt noch Präsident und Miteigentümer des Fußballvereins - für Maschmeyer ein klarer Interessenkonflikt. Im Juni 2016 verkaufte Claassen den Klub. Maschmeyer mutmaßte offenbar, dass der 53-Jährige die Sponsorengelder lediglich dazu benutzen wollte, Real Mallorca für potenzielle Käufer attraktiver zu machen. In seiner Strafanzeige wirft er ihm vor, seine Pflichten als Aufsichtsratsvorsitzender von Syntellix verletzt zu haben. Denn das Sponsoring des spanischen Zweiligisten bringe der Firma nichts. Allein die Trikotwerbung ergebe keinen Sinn, weil Syntellix seine Produkte nicht direkt an den Endverbraucher, sondern an Krankenhäuser verkaufe.

Claassen klagt über abgeschreckte Kunden

Unverhältnismäßig sei auch die Höhe des Sponsorings gewesen, beklagte Maschmeyer. Denn Syntellix erziele gerade einmal einen Jahresumsatz von 700.000 Euro - stolze 17 Prozent der Firmeneinnahmen gingen 2015 also an Claassens Fußballverein. Unterm Strich machte das Unternehmen im vergangenen Jahr dann sogar 2,26 Millionen Euro Verlust. Doch den Vorwurf, geschäftsschädigend gehandelt zu haben, will Claassen nicht auf sich sitzen lassen. Vielmehr sei Maschmeyer Schuld daran, dass durch die öffentlichen Beschuldigungen bereits Kunden und Investoren von Syntellix Abstand genommen hätten.

Laut "SZ" wird im Umfeld von Claassen sogar spekuliert, dass Maschmeyer seinen einstigen Kumpel ausbooten und sich auf diese Weise mehr Macht innerhalb der Firma sichern will. Der Fall dürfte die deutsche Justiz wohl noch einige Zeit beschäftigen: Allein die Strafanzeige gegen Maschmeyer soll 37 Seiten umfassen.

Quelle: n-tv.de, jug

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