Wirtschaft

Einkaufspreise stark gestiegen Massiver Materialmangel plagt Industrie

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Derzeit können viele Hersteller die Nachfrage noch aus ihren Lagern bedienen.

(Foto: imago images/Sylvio Dittrich)

Hohe Einkaufspreise und Produktionsstillstände bei Zulieferern - darunter leiden nicht nur Autohersteller. Der Materialmangel zieht sich durch fast alle Zweige der deutschen Industrie. Die Aussichten für das dritte Quartal sorgen für Ernüchterung.

Fast zwei Drittel der Industriefirmen in Deutschland klagen laut einer Ifo-Umfrage über Engpässe und Probleme bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion. Von April bis Juli stieg der Anteil der Firmen von 45 auf 63,8 Prozent, wie das Institut mitteilte. "Bereits im Vorquartal meldeten die Unternehmen einen Rekordwert, dieser wurde nochmals deutlich übertroffen. Das könnte zu einer Gefahr für den Aufschwung werden", erklärte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Problematisch seien auch die teilweise stark gestiegenen Einkaufspreise, fügte er hinzu. "Derzeit bedienen die Hersteller die Nachfrage noch aus ihren Lagern an Fertigwaren. Aber die leeren sich nun auch zusehends, wie sie uns mitgeteilt haben."

Die Knappheit bei Halbleitern und Chips macht sich demnach insbesondere bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen bemerkbar - das gaben 84,4 Prozent von ihnen an. Auch bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern sagten 83,4 Prozent, die Knappheit mache ihnen zu schaffen.

Deutschlands größter Autobauer VW erwartet mit Blick auf die Belieferung mit Computerchips ein "sehr herausforderndes" drittes Quartal, wie die Wolfsburger mitteilten. Das liegt vor allem daran, dass sich die Lieferengpässe inzwischen nach Südostasien verlagert haben, wo es in mehreren Ländern mit wichtigen Standorten der Halbleiterindustrie wegen der neu aufflammenden Pandemie zu Produktionsstillständen gekommen ist. Auch die VW-Schwester Audi rechnet für die kommenden Monate mit einer kritischen Versorgungslage bei den wichtigen Bauteilen.

Auch die Preise für Kunststoff-Granulate sind stark gestiegen; betroffen sind laut Umfrage 79 Prozent der Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren. Bei den Herstellern elektronischer Geräte beklagen 72,2 Prozent Materialmangel, außerdem 70,3 Prozent der Maschinenbauer.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/rts

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