Wirtschaft

Unter den Erwartungen Wirtschaft wächst im Frühjahr um 1,5 Prozent

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Lieferengpässe und die Delta-Variante könnten das Wachstum inzwischen wieder bremsen.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Mit den zunehmenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen kommt die deutsche Wirtschaft wieder besser in Tritt. Angetrieben von Konsumausgaben wächst sie wieder. Das dürfte sich im Sommer sogar noch beschleunigt haben. Für Herbst allerdings sind die Aussichten durchwachsen.

Die deutsche Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal von dem Corona-bedingten Einbruch des ersten Quartals erholt - allerdings etwas verhaltener als erwartet. Laut Statistischem Bundesamt stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 1,5 Prozent und lag kalenderbereinigt um 9,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Volkswirte hatten allerdings ein Quartalswachstum von 1,9 Prozent und eine Jahresrate von 9,6 Prozent prognostiziert.

"Der Aufschwung ist da – verschiedene Unwägbarkeiten können ihn aber bremsen", so Konjunkturanalyst Christoph Swonke von der DZ Bank. Laut Behörde wurde das Wachstum zwischen April und Ende Juni vom privaten und staatlichen Konsum gestützt. "Befreit von den Fesseln des Lockdowns blühte der Einzelhandel wieder auf, füllten sich die Tische in der Gastronomie, die Kinosäle und die Auftragsbücher der Reiseunternehmen", erläuterte Ökonom Andreas Scheuerle von der Dekabank. Im ersten Quartal war das BIP nach revidierten Angaben um 2,1 Prozent gesunken.

Die Bundesbank geht davon aus, dass sich das Wachstumstempo im Zuge der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft im Sommer noch beschleunigt. So könnte das BIP im laufenden dritten Quartal sein Vorkrisenniveau erreichen. Die steigenden Corona-Infektionszahlen im Zuge der Ausbreitung der Delta-Variante trüben allerdings die weiteren Aussichten etwas ein.

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Manche Experten befürchten daher, dass die Wirtschaft zum Jahresende wieder verstärkt unter den Folgen der Pandemie leiden könnte. Hinzu kommt, dass der Industrie steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe für wichtige Vorprodukte zu schaffen machen.

Die deutsche Industrie mahnt daher zur Vorsicht. "Die aktuell gute Lage in der deutschen Wirtschaft darf nicht über drohende Konjunkturrisiken hinwegtäuschen", sagt BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Neben den Corona-Risiken machen der Industrie auch steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe für wichtige Vorprodukte zu schaffen - etwa bei Computer-Chips. "Insbesondere knappe Zwischengüter bleiben auf mittlere Sicht ein Problem für die deutsche Industrie", sagte dazu der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts

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