Wirtschaft

Grätsche in Fusion mit Nexter Medien: Rheinmetall will KMW übernehmen

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Die Panzerhaubitze 2000 ist bereits ein gemeinsames Projekt der beiden deutschen Rüstungskonzerne.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die beiden deutschen Waffenschmieden sollen bereits Kontakt auf höchster Führungseben haben. Laut einem Medienbericht plant Rheinmetall die Übernahme des Konkurrenten KMW. Der französische Konzern Nexter könnte das Nachsehen haben.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall will einem Medienbericht zufolge den Konkurrenten Krauss-Maffei Wegmann (KMW) übernehmen und würde damit dessen geplante Fusion mit der französischen Nexter torpedieren. Es habe auf höchster Führungsebene dazu Kontakte gegeben, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Branchenkreise. Rheinmetall wollte zu dem Bericht keine Stellungnahme abgeben.

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Rheinmetall habe in den vergangenen Jahren den KMW-Eigentümern bereits mehrere Angebote gemacht. Eine Einigung war dem Blatt zufolge jedoch an der Frage gescheitert, wer in einem gemeinsamen Konzern die Führung hätte.

Doch der Widerstand aus der KMW-Führungsebene könnte nun aufgegeben werden. Denn durch eine Fusion mit Nexter wäre die Eigenständigkeit des Konzerns wohl ohnehin verloren: Die Regierung in Paris bestehe auf weitreichende Sonderrechte. KMW würde dadurch zu einem "französischen Zulieferer" degradiert, zitiert die Wirtschaftszeitung einen Branchenvertreter.

KMW und Nexter hatten vor wenigen Tagen mitgeteilt, die Eigner hätten eine Grundsatzerklärung für einen Zusammenschluss bis 2015 unterzeichnet. Bei den Regierungen in Berlin und Paris waren die Pläne grundsätzlich auf Wohlwollen gestoßen. An der Börse wurden Befürchtungen laut, Rheinmetall könnte bei einer Fusion von KMW und Nexter zum Verlierer werden.

Das Handelsblatt nannte zwei denkbare Optionen für einen Deal zwischen Rheinmetall und KMW: Zum einen könnten die Eigentümer von KMW ihre Anteile in Rheinmetall einbringen und damit Aktien der börsennotierten Firma erhalten. Mit einer Beteiligung von 25 bis 30 Prozent wären sie dann mit Abstand der größte Anteilseigner und willkommener Ankeraktionär in Düsseldorf. Zum anderen könnte KMW mit der Rheinmetall-Sparte Combat Systems fusioniert werden. In dem Bereich bündeln die Düsseldorfer ihr Geschäft mit Kettenpanzern und Munition. Mit einem Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro ist die Sparte zwar größer als KMW, dennoch könnten die KMW-Eigner eine gleichberechtigte Beteiligung erhalten, hieß es.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ

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