Wirtschaft

19 Staaten reichen Antrag ein Mehrheit der EU will Gen-Mais verbieten

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MON 810 wird vor allem in Spanien und Portugal angebaut.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist ein klares Votum: Die EU-Kommission hat von einer deutlichen Mehrheit der Mitgliedsländer einen Antrag erhalten, der ein Verbot des Anbaus von Gen-Mais fordert. Betroffen wäre davon im Wesentlichen der US-Konzern Monsanto.

Zwei Drittel der EU-Mitgliedstaaten haben ein Anbauverbot von Genpflanzen beantragt. Bis zum Fristende reichten 19 der 28 Mitgliedstaaten einen entsprechenden Antrag in Brüssel ein, wie die EU-Kommission mitteilte. Nachdem bis Donnerstag 15 Verbotsanträge eingegangen waren, folgten demnach in letzter Minute noch Dänemark, Luxemburg, Malta und Slowenien. Die Frist lief am Samstag aus.

Neben Deutschland stellten auch Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, die Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn und Zypern einen Verbotsantrag. Großbritannien habe den Antrag für Schottland, Wales und Nordirland gestellt, Belgien für Wallonien.

Die EU-Kommission leitet die Verbotsanträge der Mitgliedsländer nun an die Saatgut-Hersteller weiter. Diese Unternehmen müssen entscheiden, ob sie trotz der Verbotsanträge den Anbau der genveränderten Pflanzen in den entsprechenden Ländern beantragen wollen.

Nationale Verbote vereinfacht

Die Europäische Union hatte ihr Zulassungsverfahren für genmanipulierte Pflanzen Anfang des Jahres geändert. Seitdem können die Mitgliedstaaten den Genpflanzen-Anbau auf ihrem Gebiet auch dann untersagen, wenn ein Saatgut die Zulassung der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Zustimmung der Mehrheit der EU-Staaten erhalten hat. Die Mitgliedsländer können dafür auch allgemeine agrar- und umweltpolitische Gründe angeben. In Deutschland ist der Anbau von Gen-Mais untersagt.

Bislang wird in der EU lediglich eine Sorte genmanipuliertes Saatgut angebaut, der Mais MON 810 des Herstellers Monsanto. Dieser genmanipulierte Mais ist resistent gegen einen bestimmten Schädling und wird vor allem in Spanien und Portugal angebaut.

Gentechnisch veränderte Organismen produzieren etwa Gifte gegen Schädlinge oder sind gegen bestimmte Unkrautvernichtungsmittel resistent. Die Befürworter verweisen auf gesteigerte Erträge. Kritiker sehen ungeklärte gesundheitliche Risiken und Gefahren für die Pflanzenvielfalt.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/rts