Wirtschaft

Keine Niederschläge in Puebla Mexikaner geben Volkswagen die Schuld

Wenn die Hagelkanonen Schallwellen in Richtung Himmel ausstießen,

Fabrikneue Fahrzeuge auf dem Parkplatz des VW-Werkes in Puebla: Wenn die Hagelkanonen losgehen, "klart sich der Himmel auf und es regnet einfach nicht", sagen die Bauern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Schallkanonen versuchen VW-Mitarbeiter in Mexiko angeblich, Neuwagen auf dem Parkplatz vor Hagelschäden zu schützen. Das behaupten die Bauern der Region. Sie leiden schwer unter einer seit Mai anhaltenden Dürre.

Mexikanische Landwirte werfen dem deutschen Autobauer Volkswagen vor, mit Maßnahmen zur Hagelabwehr im Bundesstaat Puebla eine Dürre provoziert und diese bewusst in Kauf genommen zu haben. Volkswagen de México setze Schallkanonen ein, um Neuwagen auf einem Parkplatz vor Hagelschäden zu schützen, erklärte der Behördenvertreter Rafael Ramírez. "Das Unternehmen kann andere Vorkehrungen treffen, um seine Autos zu schützen, aber die Menschen hier können von nichts anderem leben als von ihrem Land."

Wenn die Hagelkanonen Schallwellen in Richtung Himmel ausstießen, "klart sich der Himmel auf und es regnet einfach nicht", sagte Bauernvertreter Gerardo Perez. Er warf dem Autobauer vor, die Kreisläufe der Natur zu stören. Mit sogenannten Hagelkanonen soll die Bildung von Eisklumpen zu Hagel in Gewitterwolken unterbunden werden. Wissenschaftler zweifeln allerdings an der Wirksamkeit der Geräte. Ob die VW-Mitarbeiter tatsächlich Maßnahmen zur Hagelabwehr ergreifen, ist noch unklar. Denkbar wäre, dass sie die Donnerschläge vielmehr dazu einsetzen, Vögel und deren Hinterlassenschaften von den geparkten Neuwagen fernzuhalten.

Von der Dürre, deren Ausmaß offensichtlich ist, sind die Bauern in der Gemeinde Cuautlancingo besonders hart betroffen. Seit Mai - eigentlich der Beginn der Regenzeit in Mexiko - seien nicht nur Hagelstürme verhindert worden, sondern überhaupt keine Niederschläge mehr gefallen, erklärten sie. Die Dürre betreffe große Ackerflächen, hieß es.

Den Konflikt mit den Bauernvertretern versuchte Volkswagen de México zuletzt dadurch zu entschärfen, dass die Hagelkanonen künftig nicht mehr im Automatikmodus betrieben werden sollen, sondern nur noch bei Bedarf abgefeuert werden, also wenn sich ein Hagelsturm nähert. Außerdem will der Autobauer mehr Geld in Schutzgitter als wichtigste Verteidigung gegen Hagelschäden investieren.

Die Bauern verlangen hingegen den vollständigen Verzicht auf die Kanonen. "Es ist nicht hinnehmbar, dass sie dieses Gerät weiter einsetzen, auch nicht im manuellen Modus", sagte Ramírez. "Sie respektieren ihre Nachbarn nicht." Das Werk in Puebla ist das größte des Volkswagen-Konzerns außerhalb Deutschlands. Volkswagen de México gibt es bereits seit 1965.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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