Wirtschaft

Gerichte bleiben künftig außen vor Microsoft und Google schließen Friedenspakt

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(Foto: REUTERS)

Im direkten Gespräch statt vor Gericht wollen Microsoft und Google künftig ihre Rechtsstreitigkeiten klären. Und davon gibt es viele. Einem Insider zufolge hat der Kurswechsel auch einen ganz persönlichen Hintergrund.

Die Internet- und Technologiegiganten Google und Microsoft haben einen Friedenspakt geschlossen. Sie wollen künftig weltweit auf alle Kartell- oder Patentrechtsklagen gegeneinander verzichten, wie Sprecher beider Unternehmen mitteilten. Ihre Streitigkeiten wollen sie künftig direkt untereinander regeln, ohne die Aufsichtsbehörden oder Gerichte einzuschalten. Auch bereits anhängige Beschwerden oder Klagen sollen den Angaben zufolge zurückgezogen werden. Bereits im Dezember hatten beide Unternehmen vereinbart, alle Patent-Streitigkeiten untereinander zu beenden.

Microsoft wurde in der Vergangenheit nicht müde, sowohl in den USA als auch in der Europäischen Union gegen Google vorzugehen. In Europa konzentrierten sich die Vorwürfe auf die Praxis des Suchmaschinenbetreibers bei der Werbung und bei einer YouTube-App.

"Unsere Unternehmen stehen in einem harten Wettbewerb, aber wir wollen diesen auf die Vorzüge unserer Produkte und nicht mehr auf juristische Verfahren ausrichten", sagte ein Google-Sprecher. Microsoft zufolge spiegelt die Entscheidung "unsere veränderten rechtlichen Prioritäten" wider.

Einer mit der Entscheidung vertrauten Person zufolge wollen die Konzerne demnächst zunächst miteinander reden, bevor sie vor Gericht ziehen. Die Unternehmenskultur habe sich unter dem seit 2014 an der Spitze von Microsoft stehenden Satya Nadella verändert, sagte die Person. Er sei weniger streitsüchtig als sein Vorgänger Steve Ballmer. Außerdem hätten sich die Prioritäten verlagert, unter anderem wegen des Wachstums des Cloudgeschäfts.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/DJ

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