Wirtschaft

Mehr Konkurrenz in Berlin Mietendeckel erschwert Wohnungssuche

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137 Kontaktanfragen erhalten Berliner Vermieter bei Inseraten von Bestandswohnungen.

(Foto: imago images/Jürgen Ritter)

Wer in der Hauptstadt eine Wohnung sucht, der begibt sich auf ein raues Pflaster. Nirgends ist die Konkurrenz so groß wie in Berlin. Weniger Andrang gibt es in Ostdeutschland.

In keiner anderen Stadt in Deutschland sind Mietwohnungen einer Untersuchung zufolge so umkämpft wie in Berlin. Auf der Onlineplattform Immoscout24 erhielten Vermieter einer Bestandswohnung in der Bundeshauptstadt im Schnitt 137 Kontaktanfragen auf ein Inserat, wie der "Spiegel" unter Berufung auf eine interne Datenanalyse des Unternehmens für das Jahr 2020 berichtete.

Mit einigem Abstand folgen demnach Köln mit 63 und Leverkusen mit 57 Anfragen auf den Plätzen zwei und drei. In den Metropolen Hamburg und München kamen dem Bericht zufolge 53 und 40 Interessenten auf eine Wohnung.

Den erheblichen Abstand zwischen Berlin und anderen Großstädten führe Immoscout24 auf den Mietendeckel in der Bundeshauptstadt zurück, berichtet der "Spiegel". Dieser habe die Konkurrenzsituation in der Bundeshauptstadt wegen eines damit verbundenen Rückgangs des Angebots offenbar noch einmal verschärft. Auch bei der Vermietung von Neubauwohnungen führt Berlin mit im Schnitt 29 Kontaktanfragen, gefolgt von Karlsruhe mit 26 und Köln mit 25 Anfragen.

Weniger Andrang gibt es in Ostdeutschland. So gab es in Zwickau und in Gera im Schnitt nur jeweils einen Interessenten für eine Bestands- und Neubauwohnung. Für ihre Datenanalyse haben die Experten von Immoscout24 laut "Spiegel" sämtliche Kontaktanfragen auf der Plattform aus dem Jahr 2020 in Relation zu den angebotenen Wohnungen in den jeweiligen Städten gesetzt.

Trotz der Corona-Krise ist auf dem Mietmarkt eine Trendwende ausgeblieben. Stattdessen sind die Mieten in deutschen Großstädten im vergangenen Jahr um bis zu 12 Prozent gestiegen. Spitzenreiter bei dem Anstieg war mit Pforzheim und Reutlingen das Stuttgarter Umland, so das Ergebnis einer Analyse der Angebotsmieten von Wohnungen in der Größe von 40 bis 120 Quadratmetern in 80 deutschen Großstädten, die das Immobilienportal Immowelt AG erstellt hat. Aber auch in den Millionenstädten verteuerte sich die Miete weiter.

Insgesamt stiegen im Jahr 2020 in 67 von den 80 untersuchten Städten die Mieten im Vergleich zum Vorjahr. Beim Spitzenreiter Reutlingen kletterten im vergangenen Jahr die Mieten um 12 Prozent. In der teuersten deutschen Stadt München stiegen die Angebotsmieten im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 18,60 Euro pro Quadratmeter.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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