Wirtschaft

Neues Hilfspaket geplant Milch wird deutlich teurer

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Ein Melkkarussell in Brandenburg.

(Foto: picture alliance / dpa)

Viele Milchbauern kämpfen derzeit ums wirtschaftliche Überleben. Nach einer Produktionsdrosselung steigen die Preise im Supermarkt zum Start in den November deutlich an. Darüber hinaus plant die Bundesregierung ein millionenschweres Hilfspaket.

Die Bundesregierung will Milchbauern mit einem Hilfspaket im Gesamtwert von fast 600 Millionen Euro unterstützen. Das Milchpaket stelle "weitere Liquidität zur Verfügung" und unterstütze "den Weg der notwendigen Mengenbegrenzung", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt der "Passauer Neuen Presse". Die Begrenzung der Produktionsmenge habe bereits "zu einem Aufwärtstrend bei den Milchpreisen geführt". Das Paket soll am Mittwoch beschlossen werden und bis Ende 2017 laufen.

Schmidts Ausführungen zufolge zielen die Hilfen auf zwei Punkte ab: Zum einen sollen den betroffenen Milchbetrieben natur- und marktbedingte Gewinnschwankungen nachträglich für drei zurückliegende Jahre bei der Steuer ausgeglichen werden. Dafür werden rund 50 Millionen Euro an Mindereinnahmen veranschlagt.

Zum anderen will die Bundesregierung ein neues Programm zur Liquiditätshilfe mit einem Volumen von 116 Millionen Euro für das Jahr 2017 auf den Weg bringen. Die Hilfen seien für Betriebe gedacht, die ihre Produktionsmenge nicht ausweiten, erklärte Schmidt. Zum Paket gehören den Angaben zufolge auch die Hilfen, die zum Teil bereits Ende Dezember 2015 angelaufen waren und die einen dreistelligen Millionenbetrag umfassten.

Milchpreise steigen deutlich an

Seit Anfang 2014 gilt in der EU keine Milchquote mehr. Da die Landwirte im Anschluss unkontrolliert produzierten, gab es zu viel Milch auf dem Markt, was im Supermarkt zu sinkenden Preisen führte. Teilweise verdienten Landwirte nur noch 20 Cent pro Liter, viele kämpfen um ihre Existenz.

Als Reaktion auf die niedrigen Preise hatten knapp 10.000 Milchbetriebe im September beschlossen, ihre Produktion zu drosseln. Im Supermarkt steigen die Preise deswegen ab heute deutlich an. Der Milchindustrie-Verband sprach im Ende Oktober von 13 bis 15 Cent mehr pro Liter.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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