Wirtschaft

"Nicht zufrieden" mit Plänen Ministerium lässt Bahnchef Lutz nachsitzen

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Dem Verkehrsministerium gehen die Pläne von Bahnchef Lutz offenbar nicht weit genug.

picture alliance/dpa

Die Deutsche Bahn ist in den vergangenen Monaten wegen zahlreicher Verspätungen und Zugausfälle massiv in die Kritik geraten. Konzernchef Lutz muss im Ministerium seine Reformpläne vorlegen und nachbessern.

Nach der Spitzenrunde zur Bahn sieht der Bund weiter Handlungsbedarf. Er sei mit den Ausführungen des Konzernvorstands "nicht zufrieden", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, nach dem Treffen. "Es könnte noch ein bisschen konkreter werden", kommentierte der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger.

Nach Angaben von Bahn-Aufsichtsratsmitglied Kirsten Lühmann ist noch für diese Woche ein weiteres Treffen geplant. "Es geht um die Kundinnen und Kunden der Deutschen Bahn", sagte Lühmann nach der Sitzung. "In eineinhalb Stunden können Sie das nicht lösen." Ähnlich äußerte sich Verkehrsminister Andreas Scheuer. Man habe nicht alle Themen besprechen können, sagte der CSU-Politiker ."Es war sehr konstruktiv, aber auch sehr konzentriert."

Bahnchef Richard Lutz hatte bei dem Treffen weitere Vorschläge gemacht, um Qualität und Pünktlichkeit zu steigern. So könnten Chefs von Konzern-Töchtern aus dem Personen- und Güterverkehr in den Bahn-Vorstand aufrücken. Bereits vorab war ferner bekannt geworden, dass die die Auslandstochter DB Arriva verkauft werden könnten. Er sei in der Frage nicht festgelegt, sagte Scheuer nun. "Wir werden nicht ein sehr interessantes Unternehmen leichtfertig in den Markt geben."

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Der Vorstand hatte schon im Dezember eine Agenda mit Dutzenden Verbesserungsvorschlägen vorgelegt. Noch fehlt dem hoch verschuldeten Unternehmen aber Geld für die notwendigen Investitionen in Züge und Gleisnetz. Die Rufe nach einem grundlegenden Umbau der Bahn waren zuletzt lauter geworden, nachdem im vergangenen Jahr jeder vierte Fernzug verspätet war. Scheuer hatte deutlich gemacht, dass sich die Qualität im laufenden Halbjahr spürbar erhöhen müsse. Das Ziel von 82 Prozent pünktlicher Züge soll nach der bisherigen Planung des Konzerns erst 2025 erreicht werden. An dem Treffen hatten auch Abgeordnete der Koalitionsparteien teilgenommen, ebenso wie Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und Finanzvorstand Alexander Doll.

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Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

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