Wirtschaft

Kryptowährungen und ICOs Mit mehr Regulierung das Comeback starten?

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Nicht nur in Deutschland ist die Nachfrage riesengroß wie die vielen anstehenden ICOs zeigen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Trotz des jüngsten Kurseinbruchs am Kryptomarkt ist das Interesse an digitalen Währungen nach wie vor groß. In Europa entsteht sogar eine Börse für ICOs mit verschärfter Regulierung.

Nach dem Kurssturz bei Bitcoin ist die Luft aus dem Kryptomarkt etwas gewichen, allerdings bleibt der Markt für Initial Coin Offerings (ICOs) sehr begehrt. Rabatte von 30 Prozent und mehr für Anleger, die früh einsteigen wollen, sind verlockend. Doch ICOs sind nicht nur ein Spekulationsobjekt, sondern in erster Linie ein beliebtes Finanzierungsmodell für Startups.

Nicht nur in Deutschland ist die Nachfrage riesengroß wie die vielen anstehenden ICOs zeigen. "Bei einem ICO erwerben Investoren Blockchain-basierte Tokens, also digitale Münzen eines Projekts oder Unternehmens und setzen damit auf eine Wertsteigerung des Tokens", erklärt Heiko Geiger, Derivate-Experte bei Vontobel, die Zertifikate auf Bitcoin und Bitcoin-Cash gegeben haben. "Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die sämtliche Transaktionen transparent auf allen beteiligten Rechnern speichert und somit unveränderbar und sicher ist. Sie bildet die Grundlage vieler Kryptowährungen", ergänzt Geiger.

Die technischen Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig, was auch die große Anzahl der ICOs und Kryptowährungen zeigt. Inzwischen existieren fast 2.000 Kryptowährungen und die Anzahl der größeren, bekannten ICOs lag alleine im vergangenen Dezember bei mehr als 200 weltweit. Diese Menge an neuen Finanzierungsmöglichkeiten hat aber auch die Regulierungsbehörden auf den Plan gerufen. Während in Europa noch nach einer einheitlichen Regulierung gesucht wird, sind die Behörden in Korea nach Jahren der Erfahrung mit dem Kryptohandel sehr weit vorne. So werden etwa Anleger nur noch mit ihrem Klarnamen zum Handel zugelassen.

ICO-Börse in Arbeit

In Europa preschen dagegen kleinere Finanzplätze vor, den Handel zu regulieren, zumindest am ICO-Markt. So könnte die in Gibraltar ins Leben gerufene Kryptobörse für ICOs, die Gibraltar Blockchain Exchange (GBX), eine Möglichkeit sein, mehr Transparenz in den Handel mit ICOs zu bringen. Jedenfalls solange sich die Aufsichtsbehörden in Europa noch nicht auf eine einheitliche Regulierung geeinigt haben. Im Gespräch mit der Financial Times sagte GBX-Chef Nick Cowan, dass Unternehmen großes Interesse an der Einführung von Token-Verkäufen unter einer neuen, regulierten ICO-Umgebung des British Overseas Territory haben.

Dabei prüfen sogenannte Akkreditierte Sponsoren, die ähnlich wie Wirtschaftsprüfer agieren, die ICO-Bewerber samt ihren White Papers, die die Spezifikationen eines ICOs enthalten. Nach dieser Prüfung entscheiden die akkreditierten Sponsoren darüber, wer zur GBX vorgeschlagen wird. Danach entscheidet die Börse über eine Aufnahme. Der Zuspruch ist bisher gewaltig. "GBX wurde bisher von bis zu 200 Bewerbern aufgesucht, die ihr ICO über die Gibraltar Blockchain Exchange starten wollten", sagte er. Allein im vergangenen Dezember 2017 als diese Finanzierungsmöglichkeit weltweit immer populärer wurde, gab es rund 200 bekannte ICOs weltweit.

Anstehende ICOs

Mit dem Börsenlistung will GBX ein Qualitätssiegel für ICOs vergeben - ein Vorteil solange andere Länder noch hinterherhinken. Ein Qualitätssiegel hierzulande ist eine Regulierung unter deutschem Recht wie sie die ICOs savedroid (Spar-App), bitwala (Kryptowallets) oder vrXcity (virtuelle Reeperbahn) eingeleitet haben. Savedroid hat seinen ICO bereits beendet und wird demnächst an mehreren Krypto-Börsen gelistet sein. Dagegen begann vrXcity seinen Pre-Sale am 22. März und erfreut sich Unternehmensangaben zufolge großer Resonanz. In dieser Verkaufsphase, die noch bis zum 15. April läuft, wird ein Rabatt von 35 Prozent gewährt. Insgesamt sollen 130 Millionen Euro eingenommen werden, was dann der größte ICO hierzulande wäre, aber sicherlich nicht der letzte ICO unter deutscher Regulierung.

Quelle: n-tv.de

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