Wirtschaft

Hackerangriff vertuscht Mitfahrdienst Uber erhält Millionenstrafe

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Mit einer Handy-App können Uber-Kunden Fahrten buchen.

REUTERS

Vor zwei Jahren erbeuten Hacker sensible Daten des Fahrdienst-Vermittlers Uber. Den Vorfall verheimlicht der Konzern lange. Datenschutzbehörden in Großbritannien und den Niederlanden verhängen nun ein Bußgeld in Millionenhöhe.

Ein verheimlichter Hackerangriff auf Uber hat für den Fahrdienst-Vermittler ein finanzielles Nachspiel in Europa: Die Datenschutz-Behörden in Großbritannien und den Niederlanden verhängten gegen das US-Unternehmen Strafen von zusammen mehr als einer Million Euro. Von der Attacke im Herbst 2016, die Uber ein Jahr lang verschwiegen hatte, waren insgesamt 57 Millionen Nutzer und Fahrer betroffen. Uber hielt den Angriff geheim und zahlte den Hackern 100.000 Dollar für das Versprechen, die Daten zu vernichten. Öffentlich gemacht wurde der Datendiebstahl erst vor einem Jahr, nachdem der aktuelle Firmenchef Dara Khosrowshahi die Führung übernahm.

Nach Angaben der britischen Datenschutzbehörde ICO verschafften sich die Angreifer Zugang zu persönlichen Daten von 2,7 Millionen Uber-Kunden in Großbritannien, darunter Namen, Handynummern und Email-Adressen. ICO-Ermittler Steve Eckersley warf dem Unternehmen "schwere Versäumnisse" beim Datenschutz vor. Zudem habe Uber nichts unternommen, um die Betroffenen zu informieren oder ihnen Hilfe anzubieten. Deswegen soll der Konzern nun 385.000 Pfund Pfund, rund 434.000 Euro, zahlen.

Die niederländische Datenschutzbehörde verhängte eine Strafe von 600.000 Euro, weil Uber nicht binnen 72 Stunden Behörden und Betroffene unterrichtet habe. In dem Land wurden demnach 174.000 Bürger Opfer des Hacks.

In den USA war Uber wegen des Datenskandals bereits zur Kasse gebeten worden. Im September hatte der Fahrdienstvermittler eine Rekordstrafe der US-Behörden in Höhe von 148 Millionen Dollar akzeptiert.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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