Wirtschaft

Drittel plant Neueinstellungen Mittelständler erwarten "Post-Corona-Boom"

22076398.jpg

Auch vor Corona bereits Grund zur Sorge für viele Mittelständler: der Mangel an Fachkräften.

(Foto: picture alliance / ZB)

Die Infektionszahlen sinken und die wirtschaftliche Lage erholt sich stetig. Deutschlands Mittelstand ist zusehends optimistisch - viele Firmen planen laut einer Umfrage Neueinstellungen im nächsten halben Jahr. Trotzdem belastet Corona weiter das Geschäft.

Der deutsche Mittelstand stellt sich auf einen "Post-Corona-Boom" ein und will nach dem Ende der Pandemie wieder kräftig Personal einstellen. Eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ergab, dass fast 27 Prozent der Firmen im nächsten halben Jahr neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen wollen. Im Herbst 2020 hatten nur 17 Prozent der Firmen entsprechende Pläne. In der Elektroindustrie ist dieser Wert mit 44 Prozent besonders hoch, das waren doppelt so viele Firmen wie noch im Herbst 2020. In der Chemie- und Kunststoffindustrie ist es rund ein Drittel.

Die Zahlen zeigten zudem, dass die Firmen heute sogar "offener für Neueinstellungen" seien als noch vor der Pandemie, heißt es in den veröffentlichten Studienergebnissen. Der Umfrage unter rund 1000 mittelständischen Firmen zufolge steigt auch die Investitionsbereitschaft wieder an: 77 Prozent der befragten Firmen wollen in den nächsten sechs Monaten Geld für Zukunftsprojekte in die Hand nehmen. Auch das sei "mehr als Vorkrisenniveau", heißt es in der Studie. Im Herbst kam das für weniger als 69 Prozent der Firmen in Frage. Immer mehr Mittelständler bereiteten sich also auf den "Post-Corona-Boom" vor, erklärten DZ Bank und BVR.

Auswirkungen der Krise seien derzeit nur noch in der aktuellen Geschäftslage vieler Firmen spürbar. Wie die Umfrage aber weiter ergab, waren für 58 Prozent der befragten Geschäftsführer die Sorgen auf der Beschaffungsseite noch nie so groß wie derzeit - sie identifizierten Rohstoff- und Materialkosten als akutes Problem für ihr Geschäft. Besonders hoch sind die Bedenken mit 84 Prozent in der Chemiebranche. Grund dafür sind Störungen bei den Lieferketten, was sich deutlich auf die Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe und Güter niederschlägt. Das wirkt sich auf die Absatzpreise aus: In den kommenden Monaten wollen knapp 36 Prozent der Befragten ihre Preise erhöhen. Im Herbst war das lediglich bei jedem Fünften der Fall.

Auch die steigenden Energiekosten beobachtet demnach über die Hälfte der Firmen (51 Prozent) mit Sorge, vor allem in den Branchen Ernährung und Landwirtschaft. Sorgen bereitet den Firmen außerdem die wachsende Bürokratie - 80 Prozent und damit mehr als je zuvor gaben das an. Auch der Fachkräftemangel macht den Unternehmen zu schaffen. In der jüngsten Umfrage sagten dies 73 Prozent der Firmen, vor sechs Monaten waren es noch 67 Prozent.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.